Tun Sie doch nicht so als wüßten Sie Bescheid!

Solche Sätze fliegen einem leider immer wieder um die Ohren. Denn es gibt sie auf der ganzen Welt, die Spezialisten, die uns mit einem einzigen Satz den ganzen Tag (und oft viel mehr) vermiesen. Der Kollege, der den kleinsten Anlass nimmt, uns eine „rein zu würgen“. Oder der Chef mit seinen herablassenden Bemerkungen. (Und wenn wir genau hinsehen, teilen wir selbst auch öfter aus, als wir denken.) Wer also nie wieder um eine gute Antwort verlegen sein will, tut gut daran, sich einmal genauer mit den Situationen auseinander zu setzen, in denen man verbal den Kürzeren zieht.

Mangelnde Schlagfertigkeit macht sich immer dann unangenehm bemerkbar, wenn uns ein Gegenüber durch eine Äußerung, sei sie durch Worte oder „nur“ durch Körpersprache kommuniziert, auf 180 bringt. Dann nämlich schaltet der für den Verstand und die Logik zuständige Teil des Gehirns alle ankommenden Informationen direkt durch an die Amygdala, den ältesten Teil unseres Hirns. Dieses funkt „Großalarm“ an den Körper, die Muskeln werden warm gemacht (zittern), der Puls fährt auf Kampffrequenz (Herzrasen) und der Tunnelblick setzt ein (und schon ist die Maus ein Elefant). Was zu Beginn der Menschheit nützlich war, den ganzen Körper in Sekundenschnelle auf Kampf oder Flucht einzustellen, begegnet uns im Alltag immer noch als „Schrecksekunde“ („Wie kann der nur…“).

„Runter Kommen“ ist für die Schlagfertigkeitsexpertin Claudia Grötzebach eine der wichtigsten Übungen. Denn wie sie in Ihrem Buch „Gekonnt schlagfertig. Nie wieder um eine Antwort verlegen“ beschreibt, geht es bei der „non-aggressiven Schlagfertigekeit“ nicht um Sieger und Besiegte, sondern darum, Situationen herzustellen, aus denen beide „Kontrahenten“ so hervorgehen, dass sie sich auch weiterhin in die Augen sehen und zusammen arbeiten können.

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Für Grötzebach kommt es nicht auf das Erlernen von „Verbal-Bashing“ an. Ihr Anliegen ist es, den Konflikt genauer zu verstehen und auch den eigenen Beitrag zu erkennen. Deshalb beginnt ihr Buch mit ausführlichen Tests, in der Sie Ihre wunden Punkte herausfinden können: Auf was reagieren Sie empfindlich? Könnte der andere etwas ganz anderes gemeint haben? Auch hier ist Selbsterkenntnis der erste Schritt auf dem Weg an die Spitze der Schlagfertigkeitspyramide, auf die sie von der Autorin mit praktischen aus dem Leben gegriffenen Beispielen geführt werden. Ob Sie Ihrem Kollegen dann mit Stufe 1, der Torrero-Strategie kommen (ins Leere laufen lassen) oder mit der etwas komplexeren Stufe 7, nämlich mit Charme und Esprit, hängt ganz allein von Ihnen ab – und vom „Gegner“ dessen Antrieb Sie nun auch viel besser kennen.

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Claudia Grötzebach „Gekonnt schlagfertig – nie wieder um Antwort verlegen“. Cornelsen.

mehr Infos zu >> „Gekonnt Schlagfertig – nie wieder um eine Amtwort verlegen“ bei Managementbuch.de

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