Warum es die einen schaffen und die anderen nicht

Sie brauchen keinen überdurchschnittlichen IQ, um außergewöhnlich erfolgreich zu werden. Sie brauchen auch nicht an den besten Unis studieren. Sie sollten allerdings zum richtigen Zeitpunkt geboren sein, mindestens 10.000 Stunden üben und ein bisschen Glück haben. Mit diesen Steilvorlagen kickt Bestsellerautor Malcolm Gladwell, Autor von Tipping Point, in seinem neuen Buch „Überflieger“ den amerikanischen Traum, jeder könne es allein durch Leistung „vom Tellerwäscher zum Millionär“ schaffen, auf den Müllhaufen der Geschichte.

Auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an

Die erfolgreichsten Eishockey-Spieler werden im Januar geboren, die herausragenden Gründer der Computerindustrie kamen zwischen 1953 und 1957 zur Welt. Kein Zufall, sagt Gladwell, sondern System. Denn Stichtag für die Nachwuchs-Auswahlmannschaften im Eishockey ist der 1. Januar. Damit gehören die im Januar Geborenen zu den Ältesten des Jahrgangs. Sie haben körperliche Vorteile gegenüber den Jüngeren und können sich so für die nächste Auswahlstufe besser profilieren.

Und was ist mit Bill Gates und Eric Schmidt? Nun, wer in den 50ern geboren wurde, war in den 70ern genau im richtigen Alter, um in einer neuen Branche für Furore zu sorgen. Vorausgesetzt, er hatte bis dahin Gelegenheit, fleißig zu üben.

Auf 10.000 Stunden Üben kommt es an

Die Computer-Revolutionäre haben außer ihren Geburtsjahren noch eines gemeinsam. Sie hatten, als sie um die 20 waren, schon mehr als 10.000 Übungsstunden hinter sich. Weil sie die Gelegenheit hatten und nutzten, schon als Kinder und Jugendliche zu programmieren.

10.000 Stunden, so Malcolm Gladwell, ist die magische Zahl, die aus einem Profi einen Überflieger macht. Das gilt für Schriftsteller genauso wie für Ingenieure oder Schlittschuhläufer. Mozart übrigens konnte mit 20 genial komponieren, weil er da längst 10.000 Übungsstunden auf dem Buckel hatte.

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Auf das Umfeld kommt es an

Ein IQ von 150 und mehr bringt Sie keinen Schritt weiter, wenn Sie mit Hilfe Ihrer Eltern nicht gelernt haben, sich durchzusetzen, wenn Ihnen das Selbstbewusstsein fehlt, an sich zu glauben. Wie wichtig der Einfluss unseres familiären, sozialen und kulturellen Umfelds auf unsere Leistungen ist, zeigt Gladwell auch dramatisch am Beispiel einer tragischen Kette von Flugzeug-Unfällen bei Korean Air.

Die Ursache war keineswegs mysteriös. Grund war die höfliche Zurückhaltung der Crew, den Kapitän jeweils auf gravierende Fehleinschätzungen aufmerksam zu machen. Viele hundert Menschen starben auf Grund eines kulturell gelernten Umgangs mit Autoritäten! Heute wird der Kapitän geduzt und Korean Air gehört zu den sichersten Fluglinien der Welt.

Auf der Hut sein

Eindrucksvoll zeigt Malcolm Gladwell, dass „Überflieger“ das Produkt sind „ihrer Geschichte, ihrer Gesellschaft sowie der Chancen, die sie hatten, und der kulturellen Traditionen, die sie geerbt haben“. Er räumt auf mit der Annahme, es käme alleine auf die individuelle Leistung an, außergewöhnlichen Erfolg zu haben. Gleichzeitig macht er uns sensibel für die eigenen Ausgangsbedingungen und die glücklichen Gelegenheiten, die es zu ergreifen gilt. Vor allem aber sagt er allen, die auf die Erfolgsspur wollen, eines: Üben, Üben, Üben!

Managementbuch.de-Empfehlung für den US-Nr.1-Bestseller, weil Malcolm Gladwell in „Überflieger“ zeigt, dass es zwar Erfolgsrezepte gibt, wir aber weniger der Koch sind als viel mehr die Küchenhilfe.
 

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Hier geht’s zum Höhenflug >> Malcolm Gladwell: Überflieger. Warum manche Menschen erfolgreich sind – und andere nicht. Campus Verlag. 272 Seiten. 19,90 Euro

 

 

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