Ein überraschend anderer Blick in die Zukunft

Wann wird China das Rennen machen? In zehn Jahren oder erst in fünfzig? Glaubt man den herrschenden Meinungen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Westen sich dem Osten zu beugen hat. Wer sich aber erinnert, dass noch vor wenigen Jahren eine neue Eiszeit an die Wand gemalt wurde, wird eine gewisse Resistenz gegen populäre Parolen entwickelt haben. Wie George Friedman, der als Geostratege die Dinge von Haus aus etwas anders sieht. Sein Zukunftsszenario ist nicht weniger atemberaubend, kommt aber zu gänzlich anderen Resultaten als der Mainstream.

Jede Zukunft hat eine Vergangenheit

Zeitgenossen neigen dazu, ihre Epoche jeweils als einzigartig wahrzunehmen. Wenn man schon nicht ewig lebt, dann doch bitte in einer bedeutenden Phase. So gerät die Wirkmächtigkeit der Vergangenheit leicht aus dem Blick. Friedman setzt genau da an. Er setzt mögliche Entwicklungen in Beziehung zu historischen Entwicklungen. So schließt er aufgrund traditioneller Konflikte und Freundschaften zwischen einzelnen Nationen auf deren Verhalten in künftigen Verteilungs- und Machtfragen. Dadurch kommen Allianzen ins Spiel, die zwar naheliegend sind, mit denen aber doch heute niemand ernsthaft rechnet.

Warum sich die USA mit China verbünden werden

Beispiel China: Mitnichten die Macht des 21. Jahrhunderts, sagt Friedman, sondern ein Land, das schon 2020 auseinanderfallen wird. Aufgerieben im Kampf des reichen Ostens entlang der Küste gegen das Hinterland mit seiner armen Bevölkerung. Eine (traditionelle) Zerreißprobe, die das Land in seiner tausende Jahre alten Geschichte immer wieder in den Ruin geführt hat. Die Gelegenheit für Japan, seine schrumpfende Gesellschaft mit neuen Arbeitskräften zu aufzufrischen, indem in China japanische Fabriken gebaut werden. Diese Stärkung Japans ruft wiederum Amerika auf den Plan, das, um den alten Feind in Grenzen zu halten, China massiv unterstützen wird.

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Ein Buch voller Überraschungen

Also keine Weltmacht China. Und das ist nicht die einzige Überraschung. Lassen Sie sich von George Friedman in seinem Buch „Die nächsten 100 Jahre“ erklären, warum die Türkei und Deutschland sich verbünden werden, warum Polen Deutschland dominieren wird und warum das einzige Land, das die USA in seiner führenden Rolle attackieren wird, Mexiko heißt. Mit diesen Schlaglichtern will ich George Friedmans Buch allen ans Herz legen, die mit interessanten Alternativszenarios die gängigen Zukunftsüberlegungen hinterfragen wollen. Managementbuch.de – Empfehlung für ein Buch voller Überraschungen und verblüffender geostrategischer und geopolitischer Einsichten.

Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

George Friedman: Die nächsten 100 Jahre, Campus Verlag, 292 Seiten

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