Genug geredet, jetzt muss gehandelt werden

Die Wahl gelaufen, die Duelle vorbei, die Worthülsen verschossen. Jetzt kommt es darauf an zu handeln und wichtige Reformen einzuleiten. Wir als Wähler dürfen uns jetzt nicht auf den Goodwill der Politik verlassen. Deshalb hat der Freiburger Professor für Wirtschaftspolitik, Günther G. Schulze, in „Reformen für Deutschland“ die führenden deutschsprachigen Ökonomen versammelt. Sie zeigen in den zehn wichtigsten Reformfeldern, was nun aus ökonomischer Sicht zu tun ist. Ein wichtiges Buch, weil es hilft, die Arbeit der neuen Regierung kritisch zu verfolgen.

Nach der Krise ist vor der Krise

Die große Finanzkrise hat davon abgelenkt, dass in Deutschland strukturelle Veränderungen seit Jahren auf die lange Bank geschoben werden. Schlimmer noch, wird in der Krise nun der Griff in die Staatskasse zum Allheilmittel. Dass aber Kredite irgendwann beglichen werden müssen, mag privatim zwar sonnenklar sein, Staatsraison ist diese Einsicht jedoch lange nicht. Aber je länger grundlegende Reformen verschoben werden, desto heftiger werden sie später ausfallen. Es ist halt, so der Herausgeber dieses lesenswerten Buches, wie mit dem Gang zum Zahnarzt, ¿je länger man wartet, desto schmerzlicher wird es.¿

Von der Reform des Finanzsektors bis zur Rentenreform

Im Wahlkampf war viel die Rede von der Reform der Finanzmärkte. Aber was heißt das? Ottmar Issing, der am 19. Oktober 2008 auf Wunsch der Bundeskanzlerin den Vorsitz einer Expertengruppe übernommen hat, entwirft auf knappen 20 Seiten einen gangbaren Weg zu mehr Stabilität. Intelligente Einsichten, die uns eine viel bessere Lageeinschätzung ermöglichen. Genauso produktiv der eingehende Blick auf die Hartz-Reformen von Bernd Fitzenberger, die Vorschläge für eine neue Schulpolitik von Ludger Wößmann oder die Überlegungen zur Gesundheitsreform von Friedrich Breyer. Alle Beiträge sind präzise formuliert. Die Autoren gehen ohne Scheuklappen auf die Suche nach Lösungen, die ebenso richtig wie umsetzbar sind.

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Weil wählen nicht reicht

Demokratie ist eine Gemeinschaftsaufgabe und nicht damit erschöpft, die Stimme abzugeben. In diesem Sinne leistet dieses sehr gut zusammengestellte Buch des Ökonomen Günther G. Schulze Schützenhilfe für den mündigen Bürger. Es versetzt uns in die Lage, die wichtigsten Reformfelder in Deutschland strukturell zu verstehen und den Handlungsspielraum der Politik zu erkennen. Deshalb Managementbuch.de – Empfehlung für alle, deren Stimmzettel kein Blankoscheck war.

Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

Zum Buch: >> Reformen für Deutschland – die wichtigsten Handlungsfelder aus ökonomischer Sicht

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