Lob des Pessimismus

Das Buch ist Balsam für die Seelen all derer, die nicht mit Hurra-Geschrei auf die ersten positiven Kurven am Aktienmarkt reagieren, die verkatert aus „Positiv-Thinking“-Seminaren kommen und dabei immer mit dem Image des Spielverderbers zu kämpfen haben. Die Rede ist von den Pessimisten. Ihnen flicht Matthias Nöllke in seinem Buch „Der gut gelaunte Pessimist“ einen Kranz. Er zeigt, wie und warum Pessimisten mit großen und kleinen Krisen besser fertig werden. Und wie sie sich vor den überall lauernden Optimisten schützen können.

Wie Pessimisten vorwärts kommen

Glaubt ein Pessimist an Renditeversprechungen über 3%? Nein. Glaubt ein Pessimist, dass er das schönste aller Hotelzimmer in der gesamten Ferienanlage erhalten wird? Nein? Glaubt ein Pessimist, dass es regnen wird? Nur wenn er den Schirm vergessen hat. Einstellungen, mit denen man es eigentlich mühelos auf alle Chefetagen schaffen müsste, sind sie doch von unhintergehbarem Realismus geprägt. Doch es ist anders. Wer nicht von 20% Rendite faselt, wird kein Abteilungsleiter und schon gar nicht CEO. Wie man als Pessimist aber trotzdem über die Runden kommt, zeigt Matthias Nöllke im Kapitel „Karriereplanung für Pessimisten“. Aber Vorsicht, denn es ist „ein großer Irrtum anzunehmen, nach einer Beförderung werde das Leben leichter.“

Pessimistischer Rat für alle Lebenslagen

Als bekennender Pessimist macht sich der Autor Matthias Nöllke nichts vor, weiß, dass man in allen Lebensbereichen mit dem Schlimmsten rechnen muss. Und mit Optimisten. Deshalb versteht er sein Buch als Ratgeber für Gleichgesinnte. Er zeigt, wie man den Urlaub hinter sich bringt, wie Liebe in Zeiten des Pessimismus funktioniert, wie man sich auf Partys verhält (meiden Sie faszinierende Persönlichkeiten!), wie gute Pessimistengeschäfte aussehen (dort gibt es Verkäufer, die wissen, dass das beste Produkt in Wirklichkeit nur weniger schlecht ist als die anderen). Und schließlich macht sich der Autor an die alles entscheidende Frage: Kommen Pessimisten in den Himmel?

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Ich bin stolz, ein Pessimist zu sein

„Der gut gelaunte Pessimist“ vereint satirische Qualitäten, spitze Ironie und eine gute Portion Lebensweisheit. Autor Matthias Nöllke setzt ein Gegengewicht zu den vielen Ratgebern der Marke: „Wer wirklich will, der kann.“ Er setzt die Erfahrung dagegen, dass es nicht immer läuft, wie wir wollen, und dass wir trotzdem am Ball bleiben müssen. Managementbuch.de – Empfehlung für alle Pessimisten, denen die Forderung, gut drauf zu sein, auf den Wecker geht. Sie finden in Matthias Nöllke einen Verbündeten und viele Argumente, um aus gutem Grund und mit viel Selbstbewusstsein Pessimist zu sein.

Matthias Nöllke: Der gut gelaunte Pessimist, Haufe 2009

Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

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