Wenn es nicht mehr weiter geht

Führungskräfte sind meist Menschen, die an sich selbst hohe Anforderungen stellen. Sie arbeiten mehr als andere, verschreiben sich größeren Zielen als andere, und fühlen sich für das Unternehmen verantwortlicher als andere. Wichtige Voraussetzungen, um nach oben zu kommen, wichtige Voraussetzungen, damit es in der Gesellschaft vorwärts geht. Allzu oft kommen aber auch die „Macher“ an ihr Limit. Diagnose Burn-out. Und das ist kein Spaß. Es ist der Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit, innere Leere, Depression. Und das geht bis zum völligen Zusammenbruch. Der erfahrene Coach Gerhard Nagel hat mit „Chefs am Limit“ jetzt ein Buch für diese Menschen geschrieben, das sie in die Lage versetzt, wenigstens SOS zu funken.

Ich bin doch nicht plemplem!

Nicht mehr weiterzukommen passt weder in den Wortschatz noch in das Denkgebäude von Führungskräften. Mit unterschiedlichen Bewältigungsstrategien werden Limits ignoriert, immer höher gesetzt, oder wissenschaftlich intellektualisiert. Erst wenn die Signale aus der Außenwelt unübersehbar werden, realisieren sie irritiert, dass etwas nicht stimmt. Die Familie kracht auseinander, in der Abteilung rumort es, gute Leute gehen und die Ergebnisse stimmen nicht mehr. Aber jetzt zu einem Psychologen zu gehen, oder zu einem Coach? „Ich bin doch nicht plemplem!“. Der Coach Gerhard Nagel kennt die Ängste seiner Klientel. Und er bietet ihr mit diesem Buch einen weichen Einstieg. Hier erfahren erschöpfte Führungskräfte, Manager und Unternehmer, was Coaching leisten kann, wie Coaching funktioniert. Und vielleicht hilft ja allein die Selbstcoachingeinheit im vierten Teil des Buches dem einen oder anderen wieder zurück auf den Weg.

Anderen geht es genau so

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Die Methode, Berührungsängste abzubauen, ist denkbar einfach und produktiv. Gerhard Nagel beschreibt anhand von fünf fiktiven aber entlang der Realität gestalteten Coachingsituationen, was Coaching leisten kann. Und weil die fünf Situationen jeweils weit verbreitete Muster widerspiegeln, dürften viele Leser bereits hier von Erkenntnisschocks ergriffen werden. Themen sind: der gefühlskalte Macher in der Krise, der Startup-Unternehmer in der Sinnkrise, die mittlere Führungskraft in der Zerreißprobe, der Senior-Unternehmer in der Nachfolge-Krise und die Frau im Mutter/Management-Dilemma. Allein schon zu sehen, dass das eigene Schicksal kein Einzelschicksal ist, wirkt oft heilsam. Deshalb nehmen diese (Genesungs)Protokolle auch den größten Raum in „Chefs am Limit“ ein.

Der versteht mich

Nagels Methode ist die der Transaktionsanalyse, kombiniert mit Elementen aus NLP. Gut verständlich macht er diese Grundlagen nachvollziehbar, zeigt, wie die inneren Antreiber (du schaffst das, sei immer der Beste, sei diszipliniert, nur Erfolg zählt) und die inneren Bremser (bringt sowieso nichts, sei bescheiden, die anderen sind sowieso besser, ich bin zu schwach) in die Krise führen können – und wie der bewusste Umgang mit diesen Kräften auch wieder aus der Krise führen kann. Roter-Reiter.de – Empfehlung für Menschen, die spüren, wie sie die Kontrolle verlieren, nach außen hin aber mit großer Kraftanstrengung weiter funktionieren, als wäre nichts geschehen. Sie finden in diesem Buch eine Brücke zu ihren Motiven. Und eine Brücke zurück in die Welt.

Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de

 

Zum Buch:
Gerhard Nagel: Chefs am Limit. 5 Coaching-Wege aus Burnout und Jobkrisen. Hanser Fachbuchverlag. September 2010

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