Einmal reich werden, bitte

Am Anfang des letzten Jahrhunderts zum ersten Mal erschienen, gehört „The Science, Der Weg zum Reich-Werden“ des 1860 geborenen Wallace D. Wattles zu den Klassikern der Erfolgsliteratur. Grund genug also, das im Books4Success Verlag neu aufgelegte Werk genauer unter die Lupe zu nehmen.

Reich werden ist nicht das Ergebnis von Sparmaßnahmen

Der neue Hype um das Buch wurde durch Rhonda Byrne entfacht. Sie hat „The Science of Being Rich“ als Inspirationsquelle für ihren Weltbestseller „The Secret“ angeführt. Und als Inspirationsquelle kann das Buch tatsächlich dienen. Vorausgesetzt man stört sich nicht am hohen Ton des Predigers und lässt sich nicht durch die kategorische Aufforderung aus der Fassung bringen alle Plagen des Lebens (von Armut bis Krankheit) rigoros auszublenden.

Das Potenzial ist da, wir müssen es nur realisieren

„Die Wissenschaft vom Reich-Sein“, wie der Titel im Original heißt, baut auf der Annahme auf, dass „alles, was du auf Erden siehst, aus einer ursprünglichen Substanz gebildet wird, aus der alle Dinge hervorgehen“. Und an dieser Substanz, davon ist Wattles überzeugt, herrscht kein Mangel, denn „das Universum ist aus ihr gemacht“. Wie auch immer Wattles zu diesem Schluss kam – er deckt sich ziemlich haargenau mit den Erkenntnissen der modernen Physik. Wattles macht daraus aber eine Religion, in deren Mittelpunkt er den denkenden Menschen stellt. Der kann, so Wattles, wenn er sich nur genug anstrengt, denkend und formend in diese Substanz eingreifen. Damit hat er den Grundstein für die heutige „Wünsch-dir-was-beim-Universum“-Literatur gelegt. Darum geht es ihm aber nicht. Das Ziel von Wallace D. Wattles ist es, „Körper, Seele und Geist“ so zu entfalten, dass jeder Mensch von der „Fülle des Lebens“ profitiert.

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Gedanken bestimmen die Realität

Interessant sind die Schlüsse, die Wattles aus seinen Annahmen zieht. Sein Kernthema heißt, „Gedanken bestimmen die Realität“. Auch darüber herrscht heute weitgehend Konsens (z.B. self-fulfilling prophecy). Darauf aufbauend beschreibt er ein Programm, das in seiner Eindringlichkeit auch heute noch eine erstaunliche Kraft entfalten kann. Dazu gehört das Formulieren einer eindeutigen Vision (heute Grundlage jeden Mentaltrainings), der unbedingte Wille, jeweils „Jetzt“ sein Bestes zu geben (nicht gestern, nicht morgen) sowie bewusst Dankbarkeit zu empfinden gegenüber den Möglichkeiten und den Menschen. Außerdem ist ein zentrales Element seines Programms, sich für den Erfolg zu öffnen, wenn er sich denn einstellt (Kairos). Managementbuch.de – Fazit: Abzüglich des etwas kruden theoretischen Rahmens ist das Buch eine ebenso knappe (138 Seiten) wie eindrückliche Aufforderung, sich über seine Ziele und Wünsche Klarheit zu verschaffen und mit aller Kraft ihre Verwirklichung anzustreben. Und das ist, auch hundert Jahre nach Erscheinen der Erstausgabe, immer noch ein wichtiger Fingerzeig.

Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

>> Zum Buch:
Wallace D. Wattles: The Science – Der Weg zum Reich-Werden. Börsenmedien AG. November 2010

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