Auch nach der Krise ist Buy and Hold die richtige Strategie

„Kaufen Sie Aktien und nehmen Sie Schlaftabletten“, so der vielzitierte Ratschlag des Börsenschamanen André Kostolyani. „Nach vielen Jahren“, verspricht er, „werden Sie sehen: Sie sind reich.“ Diese so genannte „Buy and Hold“-Strategie gerät immer wieder in die Kritik, so auch beim letzten Crash im Zuge der Finanzkrise 2008. Sie tauge heute nicht mehr, so konnte man in den Zeitungen von den Experten lesen. Die Anleger müssten viel kurzfristiger denken und viel aktiver handeln, lautet die sicher nicht ganz uneigennützige Empfehlung der Investmentstrategen der Banken und Fondsgesellschaften.

Der Markt weiß mehr

Gerd Kommer, seit vielen Jahren als Autor von Investmentratgebern im Geschäft, versammelt nun in seinem Buch eine erdrückende Vielfalt von Daten, die dokumentieren, dass und warum die von Finanzindustrie und Medien propagierten Anlagestrategien der Profis nicht funktionieren, bauen sie doch sämtlichst auf der Überzeugung auf, man könne den Markt dauerhaft schlagen. Er hat damit die akademische Finanzmarktforschung auf seiner Seite, die zeigen kann, dass aktive Fondsmanager ihre jeweiligen Vergleichsmärkte langfristig und nach Kosten nicht schlagen und auch gar nicht schlagen können. Denn die Kapitalmärkte sind effektiv, d.h. alle verfügbaren Informationen sind in den Kursen eingepreist und mehr Rendite gibt es immer nur für mehr Risiko.

Am besten, man verliert das Depot aus den Augen

Was also tun? Kommers gibt eine einfache Antwort. Seine auch von der Finanzwissenschaft propagierte Lösung ist, sich ein breit diversifiziertes „Weltportfolio“ aus transparenten, preisgünstigen Indexfonds zusammenzustricken, je nach Risikoneigung und Anlagehorizont mit den entsprechend höheren oder niedrigeren Aktien- und Rentenanteilen, diese Anteile nach ein oder zwei Jahren wieder neu zu adjustieren, grundsätzlich immer sofort zu investieren, wenn gerade Geld für den langfristigen Kapitalaufbau da ist und das Depot im Übrigen nicht mehr anzuschauen.

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Verluste und Gewinne aus der Vergangenheit sind schlechte Ratgeber

Und was tun, wenn nun wieder ein Crash kommt? Nichts, so die Antwort des Autors. Viele Anleger verstehen die Logik der so genannten „sunk-costs“ nicht. Die versunkenen Kosten, also die vergangenen Verluste sind für eine immer auf die Zukunft auszurichtende Anlageentscheidung vollkommen bedeutungslos. „Fragen Sie sich im Zuge eines Crashs jeden Tag, rät Gerd Kommer, ob Sie das aktuelle Marktpreisniveau für ein attraktives Einstiegsniveau halten.“ Nach einem Crash mit Kursverlusten von 40 und mehr Prozent ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich die Kurse auf so einem attraktiven Niveau befinden und deshalb ist nichts sinnvoller, als einfach investiert zu bleiben. Roter-Reiter.de – Empfehlung für alle, die zwar schon einiges über Exchange Traded Funds (ETF) oder Indexfonds, die Vorteile von passiven Investments und den Sinn eines gut diversifizierten Portfolios gehört haben, aber noch mal genau wissen wollen, warum und wie es funktioniert.

Dr. Birgit Bosold, www.Roter-Reiter.de

 

Gerd Kommer; Die Buy-and-Hold-Bibel. Campus Verlag. 2009

Mehr Informationen zu >> „Die Buy-and-Hold-Bibel“ auf Managementbuch.de

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