Schritt für Schritt zum eigenen Portfolio

Wer will das nicht: Sein oder ihr Geld „sicher und rentabel“ anlegen, also gut schlafen und gut essen können, um ein viel zitiertes Bonmot des Börsengurus André Kostolany abzuwandeln („Wer gut essen will, kauft Aktien; wer gut schlafen will, kauft Anleihen.“) Die Autoren Thomas Menzel und Jörg Rodenwaldt zeigen in ihrem Buch, dass das möglich ist. Und dass man dafür keine Zauberformel braucht, keine Ausbildung zum Finanzexperten und auch nicht den Rat von Finanzberatern, sondern nur etwas Disziplin und Ausdauer. Und die brauchen Sie auch für das Buch, wenn Sie sich durch die umfänglichen und staubtrockenen Ausführungen auf knapp 300 Seiten durchkämpfen wollen. Dennoch empfehle ich es allen, die ernst machen wollen damit, ihr Vermögen in Eigenregie zu managen.

Die richtige Mischung machts

Es hat sich ja herumgesprochen, dass Sparbücher und Lebensversicherungen nicht die sinnvollste Geldanlage sind und dass eine planvoll aufgebaute und breit diversifizierte Vermögensstrukturierung – nichts anderes bedeutet das Fachwort „Asset Allocation“ – mit großer Wahrscheinlichkeit ein besseres Ergebnis bringt. Aber wie genau gehen Sie dabei vor? Das Buch begleitet Sie Schritt für Schritt auf dem Weg zu ihrem eigenen Portfolio. Es ist relativ einfach und mit wenig Zeitaufwand verbunden. Man nehme verschiedene Anlageklassen und mische sie sinnvoll. Die Autoren stellen die wichtigsten vor und erklären sehr gut und verständlich deren Charakteristika: Tagesgeld, Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Gold und Immobilien.

Hohe Rendite bei kleinem Risiko ist und bleibt ein Traum

Sehr schön, dass jemand mal genau erklärt, warum auch die Kurse von relativ sicheren Papieren wie Bundesanleihen schwanken können und dass Sie, auch wenn Sie am Ende ihre ursprünglich investierten 100% wieder zurückbekommen, trotzdem verloren haben. Das Problem ist nun, dass keine der existierenden Anlageklassen sowohl sicher wie auch rentabel ist, dass Sie also immer zwischen Rendite und Risiko wählen müssen. Renditen sind immer nur Prämien für eingegangene Risiken, es gibt kein „free lunch“ auf dem Kapitalmarkt. Nicht ganz, denn ein bisschen Gratisrendite können Sie durch Diversifikation erwirtschaften: Durch die Mischung verschiedener Anlageklassen können Risiken minimiert und Renditen maximiert werden. Das ist die einzige funktionierende Zauberformel.

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Bitte keine Finanzmarktnachrichten lesen

Klären Sie also Ihre Sparziele, Ihren Anlagehorizont und Ihre Risikotragfähigkeit, mischen Sie sich aus preiswerten Indexfonds einen für Sie passenden Cocktail und stellen Sie in festen Zeitabständen die ursprüngliche Gewichtung wieder her. Das meint der Fachterminus „rebalancing“, eine sinnvolle Methode mit der Sie die Entwicklung Ihres Portfolios verstetigen können. Mehr geht nicht und mehr brauchen Sie auch nicht zu tun. Investieren Sie nicht in Branchen oder Einzeltitel, versuchen Sie nicht den richtigen Zeitpunkt zum Einstieg oder Ausstieg zu finden oder mit Stop Loss Ihr Depot abzusichern, lesen Sie am besten keine Finanzmarktnachrichten und lassen Sie sich nicht verrückt machen, die Weltuntergänge werden meistens wieder abgesagt. So die einfache Empfehlung der beiden Autoren, die damit ganz auf der Linie der akademischen Finanzwissenschaft liegen. In diesem Sinn viel Erfolg, schlafen Sie gut und essen Sie gut!

Dr. Birgit Bosold, www.Roter-Reiter.de

Thomas Menzel, Jörg Rodenwaldt; „Asset Allocation“. Campus Verlag 2012

Mehr Informationen zu >> „Assett Allocation“ auf Managementbuch.de

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