Selbst handeln spart Geld

Börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, bzw. ETF) sind einfache, transparente und kostengünstige Finanzinstrumente für den Vermögensaufbau für alle. Aktiv angeboten werden sie aber in der Regel weder von Banken noch von unabhängigen Finanzmaklern.
Das hat seinen Grund. Denn die Verwaltungsgebühren bei ETFs von 0,1% bis 0,5% p.a. und Ausgabeaufschläge von 0% lassen keinen Spielraum für Vergütungen an den Vertrieb. Ganz anders sieht es bei den gängigen gemanagten Investmentfonds aus. Dort fallen Ausgabeaufschläge (bis zu 5%) komplett an und von den jährlichen Verwaltungsgebühren (1 – 2%) geht auch noch einmal die Hälfte als Bestandsvergütung an die Berater. Diese Kosten gehen richtig ins Geld. So können Sie bei einer Anfangsinvestition von 10.000 EUR, einer Wertentwicklung von 6% p.a. und Kosten von 0,2% p.a. mit Ihrem ETF-Depot nach 30 Jahren ca. 54.000 EUR abholen, das gemanagte Portfolio dagegen (Ausgabeaufschlag 2,5% und Verwaltungsgebühren von 1,5% p.a.) wirft bei gleicher Wertentwicklung ein Drittel weniger ab, nämlich nur 36.500 EUR.

ETFs sind also wenig attraktiv für die Finanzberatungsbranche, aber umso mehr für Anleger und Anlegerinnen, die diese Finanzinstrumente eben deshalb vielfach in Eigenregie kaufen müssen. Markus Jordan erklärt auf 150 Seiten knapp, übersichtlich und gut verständlich wirklich alles, was Sie wissen müssen, um ihr Depot selbständig zu managen. Sie erfahren, was genau ein ETF ist, wie Sie aus dem inzwischen riesigen Angebot auswählen, was Sie beim Kauf beachten müssen und wie Sie ein strategisches Portfolio mit Hilfe von ETFs aufbauen können. Auch so komplizierte Sachverhalte wie die Frage nach den unterschiedlichen Formen der Indexabbildung und ihren Risiken werden dargelegt.

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Und da gibt es einiges zu wissen. Denn die traditionelle Form der sogen. „Full Replication“, bei der sämtliche im Index enthaltenen Wertpapiere entsprechend ihrer Gewichtung einfach gekauft werden, ist zwar transparent und leicht zu verstehen, aber auch vergleichsweise teuer, weshalb ein höherer „tracking error“, also die Abweichung zwischen der Wertentwicklung des Fonds und der des Index unvermeidbar ist. Deshalb wenden viele ETF-Emittenten andere Methoden an, besonders beliebt ist die synthetische Nachbildung mittels „Swap“. Hier wird ein beliebiger steuerlich und nach Rendite und Risiko optimierter Wertpapierkorb gekauft. Das können beispielsweise bei einem ETF auf den DAX auch japanische Aktien sein oder bei einem weltweiten, aktienorientierten ETF-Portfoliofonds ausschließlich festverzinsliche Titel. Die Fondsgesellschaft schließt nun einen sogen. Indexswap mit einer Investmentbank ab. Die Wertentwicklung der tatsächlich im Fonds gehaltenen Papiere wird gegen die des Index getauscht.

Für die Anlegerin hat das den Vorteil von extrem niedrigen Kosten und einem sehr geringen „Tracking Error“. Aber neben den Risiken des Wertpapierkorbs selber, enthält der Fonds ein zusätzliches Risiko, nämlich im Fall der Zahlungsunfähigkeit des Swappartners, könnte es zu Zahlungsausfällen kommen. Der Gesetzgeber hat dieses Risiko allerdings stark eingegrenzt. Maximal 10% eines ETF-Sondervermögens dürfen „verswapt“ werden, in der Praxis sind es nicht mehr als 2 – 5%, also eher ein sehr überschaubares Risiko. Und auch die der reinen Lehre folgenden „voll-replizierenden“ Fonds haben Zusatzrisiken. Bessern sie doch mit Wertpapierleihe ihre Erträge auf und minimieren damit die Kosten für ihre Anleger. Im Zweifelsfall hätte der Anleger also auch nicht die Papiere im Depot, von denen er dachte er hätte sie, sondern irgendwelche Sicherheiten. Roter-Reiter.de – Fazit: „Entspannen Sie sich. Die Geldanlage mit ETFs ist kinderleicht“, so die freundliche Aufforderung des Autors am Ende seines Buches. Kinderleicht ist vielleicht übertrieben, aber auf jeden Fall können Sie mit überschaubarem Aufwand lernen, Ihr Depot in Eigenregie zu verwalten. Den Crashkurs ETF kann ich dafür nur wärmstens empfehlen.

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Dr. Birgit Bosold, www.Roter-Reiter.de

 

Markus Jordan; Crashkurs ETFs. Börsenmedien AG 2011

Mehr Informationen zu >> Crashkurs ETFs auf Managementbuch.de

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