Unser genetischer Code heißt rumhängen und reinhauen. Mit Konsequenzen für das Ernährungs- und Fitnessprogramm

Vor 100.000 Jahren war der moderne Mensch im Großen und Ganzen genetisch vollständig entwickelt. Der Cromagnon-Mensch, der vor 40.000 die Welt bevölkerte, könnte „heute einen Anzug von Ralph Lauren kaufen und durch die Straßen von New York laufen, ohne aufzufallen.“ Kein Wunder also, dass unser Stoffwechsel verrückt spielt, wenn wir ihn plötzlich mit Dingen quälen, für die er keine Verwendung kennt. Ausgerechnet ein Wirtschaftswissenschaftler entwickelte jetzt eine Ernährungs- und Bewegungsform, die den Körper unterstützt, anstatt ihn ständig unter hohen Stress zu setzen. In „Die Steinzeitdiät“ hat Arthur de Vany, der in den USA längst Kultstatus genießt, seine Erkenntnisse aufgeschrieben.

Brot ist ein minderwertiges Nahrungsmittel, das auf einem gesunden Speiseplan keinen Platz hat

Es fing mit der Zuckererkrankung seiner Frau an. De Vany, der beruflich das Funktionieren komplexer Systeme erforschte, erschien es unlogisch, was die Ärzte seiner Frau empfahlen. Also machte er sich mit ihr auf die Suche nach Alternativen. Dazu erforschte er die Wirkung der unterschiedlichsten Nahrungsmittel auf den Blutzuckerspiegel. Die Erkenntnis: Sobald Kohlehydrate ins Spiel kommen, dreht der Körper regelrecht durch. Sehr schnell wanderten Nudeln, Kartoffeln, Bohnen und Brot auf den Index („Brot ist ein minderwertiges Nahrungsmittel, das auf einem gesunden Speiseplan keinen Platz hat.“). Und der Frau de Vanys ging es besser und besser, die zugeführte Insulinmenge konnte auf ein Minimum beschränkt werden. Jetzt war der Wissenschaftler herausgefordert. Welche Rolle spielte dasmenschliche Genom bei der Regulierung des Stoffwechsels?

Es kommt nicht darauf an, wie viel man isst, sondern was man isst

De Vany grub sich tief in die Geschichte der menschlichen Entwicklung ein und destillierte daraus eine moderne Form der „Ursprungsernährung“. Viel Eiweiß, Obst und Gemüse, dafür kaum Kohlehydrate. Er verspricht eine bessere Figur aber vor allem gesteigertes Wohlbefinden und Gesundheit bis ins hohe Alter. Deshalb ist seine „Steinzeit-Diät“ auch keine Angelegenheit, die man mal zwei Wochen durchzieht, um dann wieder „normal“ zu essen. Die „Steinzeit-Diät“ ist viel mehr das Angebot, den Körper mit den Nahrungsmitteln zu versorgen, die er auch gefahrlos verwerten kann. Deshalb geht es de Vany nicht ums Kalorienzählen, auch nicht darum, zu hungern. Esst, bis ihr satt seid, ist seine Devise, aber achtet darauf, was ihr esst. Und dazu gehören Fleisch und Eier in recht großen Mengen. Nichts für Hungerhaken also und auch nichts für Vegetarier.

Lesen Sie auch!
Wohin des Wegs?

Spazierengehen statt Joggen

Die Ernährung ist jedoch nur eine Seite des gesunden Lebens. Die andere heißt Bewegung. Und auch da schlägt de Vany ein neues Kapitel auf. Statt Dauerbelastung (Joggen, Marathon) empfiehlt er kurze Anstrengungen, begleitet durch ausgedehnte Spaziergänge. Auch hier der Rückgriff auf unseren genetischen Bauplan. Und der wurde geschrieben, als es für die Menschen überlebenswichtig war, möglichst wenig Energie zu verbrauchen und, wenn es etwas zu essen gab, die Depots aufzufüllen. Allerdings waren die Menschen hellwach, wenn Gefahr im Verzug war oder wenn fette Beute lockte. Dann legten sie Sprints hin, als ginge es ums Überleben. Und es ging ums Überleben. Daraus folgt für de Vany:viel ruhen und ab und an völlig übertreiben (er zieht dann sein Auto die Auffahrt hoch).

Und jetzt ein kleines Steak

Ein Ernährungs- und Fitnessplan mit Köpfchen. Sehr fundiert und kreativ auf dem verfügbaren Wissen aufgesetzt. Natürlich macht es erst einmal ratlos, Brot, Nudeln, Kartoffeln und Mehl aus dem Alltag zu verbannen. Dass sich damit aber vorzüglich leben lässt, zeigt de Vany, indem er für einen typischen Monat seine Mahlzeiten dokumentiert (z.B. „Steak mit gegrillten Riesengarnelen in einer Knoblauch-Zitronensauce mit kurz gebratenem Spargel und Riesenkürbis). Roter-Reiter.de – Empfehlung, weil die „Steinzeit-Diät“ fundamentale Einsichten in die Bedeutung der Ernährung und Bewegung vermittelt. Ein sehr guter und nachdrücklicher Impuls, unhinterfragte oder folgenschwere Ess- und Bewegungsgewohnheiten zu verändern.

 

Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de

Arthur De Vany, Nassim Nicholas Taleb: Die Steinzeit-Diät. So kriegen Sie Ihr Fett weg – natürlich fit, schlank und gesund wie vor 200. 000 Jahren. Börsenmedien AG

Lesen Sie auch!
So leicht gewinnt man die ganz alltäglichen Machtspielchen

mehr Infos zu >> „Die Steinzeit-Diät“ bei Managementbuch.de

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*