Von Menschen, die mit kreativen Ideen die Welt verändern

9783593398143– Rezension zu Scheer, Turiak: „Innovation Stuntmen“

Mit Blech und Lehm den Ärmsten der Welt ein neues Zuhause schaffen. Computerspiele programmieren, die auch ohne Ballerei einen „hypnotischen Sog“ entfalten. Supermärkte als Genossenschaftsmodelle gründen, in denen Mitglieder kaufen, verkaufen und mitarbeiten. Das sind drei der insgesamt neun bahnbrechenden, gesellschaftlichen und technologischen Projekte, die das Buch „Innovation Stuntmen“ vorstellt. Vor allem aber geht es um die Köpfe hinter den Zukunftsmodellen. Um die Vision und die Leidenschaft der Pioniere, die nicht von der Aussicht auf Ruhm und Reichtum getrieben werden, sondern von der Idee, die Welt ein bisschen fortschrittlicher zu machen.

Darauf bezieht sich auch der Titel „Innovation Stuntmen“: Menschen, die „Bekanntes und Bestehendes analysieren, um es in neue Formen zu packen und damit zu helfen, die Zukunft zu gestalten.“

Fäkal-Tütchen retten Leben

Klarer wird die Umschreibung, wenn Sie sich die Arbeit von Anders Wilhelmson anschauen. Der Architekt hat den unerträglichen hygienischen Missständen in den Slums dieser Erde den Kampf angesagt. In einigen Vierteln Mumbais müssen sich 500 Einwohner eine öffentliche Toilette teilen. Grassierende Infektionskrankheiten sind die Folge. „In den Entwicklungsländern gehen 25 Prozent der Todesfälle auf durch Exkremente kontaminiertes Wasser zurück.“ Wilhelmson hält nicht mit einer neuartigen Therapieform, sondern mit Prävention dagegen. Seine wegweisende Erfindung „Peepoo“ ist streng genommen „nur“ eine Plastiktüte, eine mobile Toilette. Die aber hat es in sich. Denn drinnen wirkt ein Hygienemittel, das Erreger abtötet. „Die Tüte schafft sich selbst und ihren Inhalt aus der Welt. Dabei wird Ammoniak freigesetzt, ein hocheffektiver Dünger.“ Erste Pilotprojekte mit „Peepoo“  sind vielversprechend. Infektionskrankheiten werden eingedämmt, der Naturdünger lässt Spinat und Grünkohl wachsen.

Computer kennen keine Grenzen

Auch Yaw Anokwa will Menschenleben retten, setzt dabei auf Internet und Smartphones – vor allem aber auf ein modulares Open Source System, das die Informationsübermittlung in den ärmsten Regionen Afrikas um ein Vielfaches beschleunigt. Seine Idee: Mit Hilfe eines handelsüblichen Smartphones lassen sich selbst in den entlegensten Regionen der Erde Texte, Fotos, Videos und geografische Koordinaten sammeln, versenden und austauschen. Ärzte und Hebammen könnten damit deutlich schneller an dem Ort eintreffen, wo sie aktuell gebraucht werden.

Roter Reiter-Fazit: „Innovation Stuntmen“ ist ein berührendes Buch. Mit viel Liebe zum Detail (und tollen Fotos) würdigen Scheer und Turiak Menschen, die mit ihrem Ideenreichtum und ihrer Leidenschaft unsere Zukunft verbessern möchten. Inspirierend und ungemein optimistisch.

 

Oliver Ibelshäuser www.roter-reiter.de

Scheer, Turiak: „Innovation Stuntmen“ , Campus 2013

Mehr zu „Innovation Stuntmen“ unter Managementbuch.de

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