Mythos Kennedy

Rezension des Buch „Killing Kennedy“ von Bill O‘Reilly
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Das Leben und Sterben des charismatischen John F. Kennedy elektrisiert die Amerikaner (und uns!) bis heute. Nicht einmal drei Jahre dauerte die Amtszeit des jüngsten US-Präsidenten, die von der Kubakrise, dem Mauer-Bau und dem militärischen Einsatz in Vietnam geprägt war. Zum Mythos wurde JFK endgültig durch seinen Tod. Die mysteriösen Umstände des Attentats vom 22. November 1963 gaben Anlass für zahlreiche Filme, Bücher und noch mehr Verschwörungstheorien. Unablässig streiten Historiker darüber, ob Lee Harvey Oswald ein durchgeknallter Einzeltäter war oder als Bauernopfer von CIA, der Mafia, Fidel Castros oder gar dem 36. Präsidenten, Lyndon B. Johnson, missbraucht wurde.

Chronik eines angekündigten Todes

Die tödlichen Schüsse auf JFK spielen in dem spannend geschriebenen Doku-Thriller „Killing-Kennedy“ eine zentrale Rolle. Bill O’Reilly und Martin Dugard widerstehen dabei der Versuchung, noch mehr Öl ins Spekulationsfeuer zu gießen und halten sich an die offizielle Darstellung der Warren-Kommission, die Oswald als Alleinschuldigen ausmacht. Minutiös und detailreich schildern sie die letzten Stunden des Präsidenten in Dallas und die seines (vermeintlichen) Mörders, der sein Opfer nur um 48 Stunden überlebt hat. „Sobald sein Ziel klar im Visier erscheint, atmet Oswald aus und drückt sanft den Abzug. Selbst als der Kolben beim Rückstoß hart gegen seine Schulter schlägt, zieht er ruhig den Bolzen zurück, um eine neue Patrone zu laden.“

Einblicke in Leben und Gefühle eines Machtmenschen (und seines Mörders)

Killing Kennedy ist aber weit mehr als das Protokoll eines Attentats. Den Autoren gelingt es hervorragend, die politischen Erfolge im Kontext ihrer Zeit zu würdigen und Kennedy (und sein soziales Umfeld) auch von einer persönlichen, bisweilen unbekannten, Seite zu skizzieren. Und parallel dazu auch die wirren Gedanken und Biografiebrüche seines (mutmaßlichen) Attentäters zu beleuchten, eines frustrierten Ex-Soldaten und überzeugten Kommunisten, dessen Name immer mit dem Kennedys verbunden bleiben wird. Dessen tatsächliche Rolle („Ich bin nur ein Sündenbock!“) aber wohl nie ganz geklärt wird.

Roter Reiter-Fazit: Spannender kann man die letzten Monate, Tage und Minuten des 35. US-Präsidenten nicht schildern. Für ihr authentisches Protokoll haben O‘Reilly und Co-Autor Dugard Berge von Akten und Quellmaterial (neu) ausgewertet. Das hat sich gelohnt: Die Schilderungen sind ungemein ergreifend, wenn auch Fakten und erzählerische Ausschmückungen an manchen Stellen ineinandergreifen. Das stört nicht. Schade aber, dass sich das Buch an der entscheidenden Stelle – der Frage nach der wahren Täterschaft – konservativ gibt und auf Spekulationen völlig verzichtet. Die vielen Ungereimtheiten – etwa der ballistischen Untersuchungen – hätten ausreichend Anlass dafür geboten.

Buch-Rezension: Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de

Buch-Empfehlung: Bill O‘Reilly „Killing Kennedy“ Droemer 2013

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