Banken, Börsen und Banditen

18809104_18809104_xlWetten, dass sich Ihr Misstrauen gegen die Banken deutlich steigern wird und dass Sie Ihr Erspartes keinem Sparbuch mehr anvertrauen, wenn Sie „Der größte Raubzug der Geschichte“ gelesen haben? Das sehr erhellende und durchweg auch für Laien verständliche Buch über Geld, faule Kredite und Eurokrise stellt dem aktuellen Bankensystem ein vernichtendes Zeugnis aus. Und damit auch der Bundesregierung und den selbst ernannten Euro-Rettungsorganen, die mit ihrer desorientierenden Fiskalpolitik die Schuldenspirale weiterdrehen. Bis zum (fast) unvermeidlichen Kollaps, der dann alle treffen wird: Den reichen Unternehmer und den Kleinsparer, der um seine paar Tausende Euro Guthaben auf dem Konto fürchten muss.

Der Milliardenbetrug der Banken

Die Ursachen der Krise liegen tief verwurzelt in unserem Geldsystem und der Kreditvergabepraxis. Mit der Lizenz der Zentralbanken zum Gelddrucken in beliebiger Menge schnüren sie die Rettungsschirmpakete, die zwar zur Konjunkturbelebung maroder Staaten dringend benötigt werden, andererseits aber kaum mehr durch Gegenwerte gedeckt sind. Das gesamte Finanzierungskonzept steht auf wackeligen Kreditbeinen. „Die Banken, so resümieren die Autoren, haben anscheinend das Recht zum schweren Betrug ohne Rechtsfolgen.“ Und sie sind nicht der Ort, an dem Sie Ihr Einkommen bedenkenlos parken können, denn „leider ist es nicht unmöglich, dass absolute Vollidioten eine Bank leiten können“.

Am Ende zahlen Anleger und Steuerzahler die Gesamtrechnung

Weik und Friedrich formulieren ihre Anklagen gegen die Verursacher der Banken- und Staatenpleiten in deftigen, unverblümten Worten. Von „A“ wie Asmussen und Ackermann bis „Z“ wie Zentralbank stehen angesehene Personen und Institutionen unter dem Verdacht, leichtfertig, teils vorsätzlich, Milliarden-Gelder zu Lasten des Steuerzahlers verschleudert zu haben. Chronologisch zeichnen die Autoren die Verfehlungen der Top-Banker nach, die in blinder Gier faule Kreditpakete kaufen und verkaufen und sich mit fetten Boni aus dem Staub machen, wenn der Karren nicht mehr aus dem Dreck zu ziehen ist. Denn am Ende begleichen die kleineren Anleger die Gesamtrechnung wie im Jahr 2008, als allein die deutschen Sparer „140 Milliarden Euro verloren haben“. Die Banker machen sich derweil noch schnell die Taschen voll. Der ehemalige Konzernchef der Lehmann Brothers Investment Bank, Richard Fuld, hat noch im Krisenjahr 2007 knapp 50 Millionen US-Dollar einkassiert und dann „rechtzeitig seine 13-Millionen-Dollar-Villa für den symbolischen Betrag von 100 Dollar an seine Ehefrau verkauft.“ Die Autoren fassen die noch immer gängige Praxis wunderbar zusammen: „Jeder Normalbürger würde bei einer solchen Vorgehensweise wegen Steuerhinterziehung und Bilanzfälschung hinter Gitter kommen. “

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Roter Reiter – Fazit: „Der größte Raubzug der Geschichte“ ist die wichtige, ungemein spannende Chronik einer Krise, die auf unfassbar dummen und dreisten Fehlurteilen fußt. Ein Wut-Buch, eine Abrechnung mit den Banken und Börsenspekulanten, die an der Misere gut verdienen, während Sie längst um Ihr Erspartes fürchten müssen. Empfehlenswert – vor allem, wenn Sie Ihr Geld retten möchten.

Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de

Matthias Weik, Marc Friedrich: „Der größte Raubzug der Geschichte“; Tectum 2013

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5 Kommentare zu Banken, Börsen und Banditen

  1. Danke für den Hinweis. Ich habe es danach gleich gekauft und regelrecht verschlungen. Großartiges Buch, sehr angenehm geschrieben und verständlich! Werde einiges überdenken, was meine Anlagen betrifft. Sehr empfehlenswert!

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