Warum Arbeit krank macht – und auch heilen kann

Vollbildaufzeichnung 25.09.2013 084836.bmpSeinen lesenswerten Titel „Arbeit“ erklärt Autor Joachim Bauer zum Kursbuch: Eine Orientierungshilfe für Menschen, die sich nicht (mehr) aufreiben wollen, sondern persönliche Erfüllung im Job erfahren möchten. Ebenso funktioniert das Buch auch als Kompendium für Arbeitgeber, die bereit sind, die aktuellen Strukturen im Betrieb zu hinterfragen und neu auszurichten.

Unaufgeregt und mit vielen Verweisen seziert Bauer zunächst den Begriff der Arbeit und umreißt den Stellenwert im gesellschaftlichen Kontext als identitätsstiftenden Faktor der eigenen Persönlichkeit einerseits, als Zerstörungskraft der körperlichen und psychischen Gesundheit andererseits. Diesen vermeintlichen Widerspruch („Doppelgesichtigkeit der Arbeit“) aufzulösen, das ist das Ziel des Buches.

Multitasking schlechter als sein Ruf

Anhand wesentlicher Kategorien wie „Stress“, „Identifikation“ oder „Motivation“ erläutert der Neurobiologe und Mediziner, wie Arbeitserfahrungen auf das Selbstbild abstrahlen und umgekehrt. Dabei werden ganz nebenbei auch ein paar Mythen entzaubert wie das Ideal vom Multitasking als effizientem Organisationsprinzip: „Wenn uns keine konkreten Aufgaben fordern, schaltet unser Gehirn in einen Zustand der unspezifischen Wachsamkeit.“

Einen zentralen Stellenwert nimmt die „Mode-Diagnose“ Burn-out ein. Mit wissenschaftlicher Akribie grenzt Bauer das Syndrom („Aversion oder Zynismus“) von der Krankheit Depression („Verlust der allgemeinen Lebensfreude“) ab. Gut geschrieben und überzeugend argumentiert – und nützlich sowieso. Dass Bauer weitgehend auf praktische Hilfestellungen und direkte Verhaltensanweisungen verzichtet, stört nicht, sondern erhöht die Glaubwürdigkeit.

Roter Reiter-Fazit: Obwohl nicht als klassischer „Ich-helfe-dir“-Ratgeber ausgelegt, sondern mehr als Lese- und Wissensbuch geschrieben, ist „Arbeit“ ein interessantes, manchmal überraschendes, immer aber hintergründiges Buch zum Themenkomplex „Arbeit, Persönlichkeit und Gesellschaft.“ Einfach zu lesen, nachhaltig in seiner Wirkung.

Oliver Ibelshäuser, www.Roter-reiter.de

Joachim Bauer: „Arbeit“, Blessing 2013

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