Best Days for Best Agers

Vollbildaufzeichnung 26.09.2013 093544.bmp„Altwerden ist nichts für Feiglinge“ heißt es in einem geflügelten Wort. Margit Schönberger belegt in ihrer heiteren Anekdotensammlung „Don’t worry, be Oldie“, dass es aber durchaus Spaß machen kann. Jenseits von Kindererziehung und Job-Verpflichtungen genießen die „Best Agers“ ihre neu gewonnen Freiheiten. Schönberger zeichnet ein freundliches, optimistisches Bild vom Älterwerden, unabhängig von körperlichen Gebrechen, knappen Renten und geistigem Abbau.

Schlag den Raab!

Frei von Scheuklappen protokolliert die Autorin den Alltag aus Seniorensicht. Die sehr persönlichen Geschichten sind mit scharfem Wortwitz garniert. Um Shoppingverführungen geht es, ungebetene Callcenter-Anrufe, den Eurovision Songcontest und die Promis aus der „Bunten“. Liest sich sehr charmant, da Schönberger kein Blatt vor den Mund nimmt und heftig austeilt. Die Rapper bekommen ihr Fett weg („Traurigkeit und Orientierungslosigkeit stecken dahinter“). Stefan Raab muss Hiebe von der „schlagfertigen Omi“ fürchten („Ein Satz heiße Ohren wären das Mindeste“). Und auch mit dem Schönheitsideal der auf Jugend getrimmten Gesellschaft rechnet sie ab, wenn sie fragt, „weshalb so viele junge Frauen alles daransetzen, so auszusehen, wie tausend andere junge Frauen“.

Zwischen den kleinen Spitzen, finden sich zahlreiche, nachdenkliche Töne, die das Alter zwar nicht glorifizieren, wohl aber die Vorteile herausstellen. Zum Beispiel, wenn es um „Frustkäufe“ geht. Die braucht man (und frau) irgendwann nicht mehr, „weil man in unserem Alter weiß, was man will“.

Roter Reiter – Fazit: Schönbergers Geschichten sind mehr als kleine, lustige Tagebuchaufzeichnungen. Sie hält einer Gesellschaft im Jugendwahn den Spiegel vor und wirbt für mehr Selbstbewusstsein im Alter. „Don’t worry, be Oldie“ ist ein schöner Mutmacher für alle Frauen, die sich vor der Zeit jenseits der 60 fürchten. Denen, so Schönberger, steht die halbe Welt dann offen.

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Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de

Margit Schönberger: „Don’t worry, be Oldie“; Knaur 2013

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