Die soziale Marktwirtschaft braucht vor allem soziale Unternehmer. Und die gibt es.

20637733_20637733_xlAllzu häufig entsteht der Eindruck, erfolgreiches Unternehmertum auf der einen Seite und Moral und ökologische Verantwortung auf der anderen Seite seien unüberbrückbare Gegensätze. Die Selfmade-Unternehmerin Sina Trinkwalder beweist das Gegenteil. Ihre Autobiographie „Wunder muss man selber machen“ ist ein Power-Buch für junge Menschen, die (heimlich) von der eigenen Firma träumen. Und ein engagiertes Plädoyer für mehr soziale Verantwortung an den Schaltstellen der deutschen Wirtschaft sowieso.

Eine Chance für die am Rande der Gesellschaft

Trinkwalders Weg zur Vorzeige-Chefin entspricht keineswegs dem klassischen Karrieristen-Marathon: Statt Studium mit Bestnoten-Abschluss experimentiert sie mit Ihren Wünschen und Leidenschaften, betreibt zunächst eine Werbeagentur, wird Mutter und lässt sich dann auf das Abenteuer „manomama“ ein. Eine „ökosoziale“ Firma, die die Grundsätze des traditionellen Profitdenkens gänzlich auf den Kopf stellt: „Wir werden Menschen, denen sonst niemand eine echte Chance einräumt, eine sinnvolle Arbeit geben“. Langzeitarbeitslose, Alleinerziehende und Menschen mit Behinderung nähen Business-Klamotten für das Augsburger Mode-Label. Zu respektablen Löhnen und streng nach ökologischen Gesichtspunkten.

Mittendrin statt nur dabei

Zudem setzt Trinkwalder auf direkte Kundennähe. Im wahrsten Sinne des Wortes. Da fährt auch schon mal ein Mitarbeiter mit dem Auto zum Besteller, nimmt Maß und sorgt so dafür, dass die fertige die Hose korrekt sitzt und nicht zwickt. So verhindert man Retouren und macht aus Erstkontakten Stammkunden!

2011 heimste sie den „Deutschen Nachhaltigkeitspreis“ ein. Ihre Erfolgsgeschichte ist noch nicht annähernd beendet, längst aber zum Modell für eine neue Unternehmenskultur geworden. „Ich habe viel Energie in die Wiege gelegt bekommen. Wieso sollte ich nicht meine Kraft für jene Menschen aufwenden, die sie brauchen? Wenn die Stärkeren viel mehr auf die Schwächeren in unserer Gesellschaft achten würden, wäre uns allen geholfen.“

Lesen Sie auch!
Die (überfällige) Abrechnung mit dem Gesundheitswahn

Roter Reiter Fazit: Sina Trinkwalder ist die vielleicht radikalste deutsche Unternehmerin, indem sie Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zur Firmenphilosophie erklärt und der „puren Geldgier“ eine Abfuhr erteilt. „Wunder muss man selber machen“ sollte Pflichtlektüre für BWL-Studierende und junge Unternehmer werden.

Oliver Ibelshäuser,  www.Roter-Reiter.de

Sina Trinkwalder: „Wunder muss man selber machen“, Droemer 2013

Bestellen Sie dieses Buch auf Managementbuch.de

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*