Der Blick auf die dunkle Seite der Seele

20637558_20637558_xlEs ist einer der ältesten Rätsel der Menschheit und eine zentrale Fragestellung aller Religionen: „Woher kommt das Böse?“ Pater Anselm Grün, Benediktinermönch und Träger des Bundesverdienstkreuzes begibt sich auf die Spurensuche nach der dunklen Seite der menschlichen Seele. Und findet in seinem Buch „Dem Bösen begegnen“ auch überraschend zeitgemäße Antworten auf die Abgründe menschlichen Handelns, von denen täglich die Nachrichten berichten. Grün bietet dabei einen breiten Querschnitt aus sozialwissenschaftlichen Theorien, spirituellen Überzeugungen und religiösen Einsichten, um das „Böse im Alltag“ fassbar zu machen.

Giftgasangriffe in Syrien, jugendliche U-Bahn-Schläger in deutschen Großstädten, Terror in Israel und dem Irak – soziologische und psychologische Annahmen bieten hier durchaus Erklärungsmuster. Beispielsweise lässt Grün beim Thema „Gewalt im Alltag“ Kinderpsychiater zu Wort kommen, die längst darüber einig sind, dass „die Angst vor der Gewalt oft die Ursache für die Gewalt ist, die wir selbst anderen gegenüber anwenden.“

Wenn der Wissenschaft die Antworten fehlen, hilft der Glaube

Derlei Erkenntnisse helfen aber kaum weiter, wenn es um die Verarbeitung der Traumata geht. Hier bringt der Autor „die Lösungen ins Spiel, die das Christentum anbietet, wie wir das Böse überwinden können.“ Der Weg zum Verzichten und Verzeihen letztlich führt aber, so Grün, über Gott: „Die christliche Tradition bietet uns genügend Hilfen an, wie wir auf das Böse, das uns trifft, so reagieren können, dass es seine Macht über uns verliert. “

Roter Reiter-Fazit: Mit „Dem Bösen begegnen“ liefert Anselm Grün nicht nur tiefgründige Antworten auf die Frage nach dem „Warum“, sondern spendet den Opfern von Schicksalsschlägen auch viel Trost und hilft bei der Verarbeitung eigener Fehler.

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Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de

Anselm Grün: „Dem Bösen begegnen“; Pattloch 2013

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