Fragestunde an den Top-Manager

jack welch winningEs ist ein Glücksfall, dass „Winning“ von Jack Welch überhaupt als Buch erschien. Als der Autor vor mehr als zehn Jahren die Promo-Tour zu seiner Autobiographie startete, war nicht abzusehen, dass sein Publikum ihn mit so vielen spannenden und persönlichen Fragen zu Business, Karriere und Persönlichkeitsentwicklung bombardieren würde. Und dass ein gedruckter Nachschlag dringend erforderlich sein würde. Jetzt wurde das Buch zum wiederholten Mal aufgelegt – und hat seit seiner Erstauflage nichts an Relevanz und Kraft verloren.

Antworten auf tausende Business-Fragen

Herausgekommen ist ein Business-Ratgeber, der die zahllosen Fragen kapitelweise sammelt und in Form knackiger Statements und kurzer Merksätze beantwortet. Welch ist eine lebende Manager-Legende, war lange Zeit Chef von General Electric und versteht es wie kaum ein anderer, Management-Regeln und Führungswissen kurz und unmissverständlich auf den Punkt zu bringen. Kein „Ja, aber“, sondern „So und nicht anders funktioniert das Ganze“!

Leitbilder sind keine Werte

Zunächst widmet sich Welch den wichtigsten Managementphilosophien. Er grenzt das Unternehmensleitbild („Wo wollen wir in unserem Geschäftsfeld erfolgreich sein?“) von den Unternehmenswerten („Hier dürfen alle Mitarbeiter mitreden“) ab und macht deutlich, dass erfolgreiche Firmen weder auf das eine noch auf das andere verzichten – wohl aber sehr gut dazwischen unterscheiden können. Anhand der Eckpfeiler „Personal“, „Führung“, „Krisen- und Change-Management“ erläutert er, wie sich Werte im Unternehmen installieren und ausleben lassen.

Engagierte Kämpfer sind gefragt, keine „kleinen Generäle“

Welch propagiert flache Hierarchien und „absolut klare Verantwortlichkeiten und Zuordnungen“: „Zu viele Organisationsebenen“, so der Autor, machen „aus völlig normalen Menschen kleine Generäle“. Wer sich Manager nennen darf, sollte mindestens „für 10 Mitarbeiter verantwortlich sein“.

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Klare Kante zeigt der Autor auch beim Thema Krisenbewältigung. Wer unternehmerische Fehler oder strategische Pannen kleinredet, macht sich und seine Leute klein. Ernste Krisen, so Welch, erfordern offene Worte. „Kaum eine Krise endet ohne Blutvergießen“, schreibt er dazu. Heißt: Verdeutlichen Sie, warum die Schieflage eingetreten ist, reden Sie mit allen Beteiligten über Ihre Rettungspläne. Das gilt erst Recht, wenn Sie Kündigungen oder finanzielle Einsparungen gedanklich längst vorbereitet haben. Gute Manager stehen zu den applausverdächtigen Entscheidungen, erst recht aber zu den schwierigen Entschlüssen, die für Kritik und Tränen sorgen.

Management-Journal-Fazit: Ein Juwel unter den Managementratgebern: Welch selbst umschreibt sein Buch „Winning“ als „Wanderkarte für die Marschroute zum Erfolg.“ Das ist nicht zu viel versprochen: Knapp 400 Seiten voller Business- und Leader-Know-how machen das Buch zum Must-have für Führungskräfte.

Oliver Ibelshäuser, www.Management-Journal.de

 

Zum Buch; Jack Welch und Suzy Welch: „Winning“, Campus 2014

 

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