Leitfaden für Unterrichts-und Workshopgestaltung

gruppenDozenten, Lehrer, Workshopleiter, Coaches und Referenten haben ein gemeinsames Ziel: Sie möchten mit ihren Inhalten ihr Auditorium begeistern, die Türen für neues Wissen weit öffnen. Didaktisches Talent ist allerdings nicht allen Präsentatoren in die Wiege gelegt. Ist auch nicht schlimm, meinen Peter Kehr und Hans-Peter Wannemüller im gemeinsamen Buch „Lernprozesse in Gruppen“. Unterrichtsvorbereitung, Lehr- und Lernmethoden bis hin zu Deeskalationsstrategien lassen sich anlesen und einüben – ohne Pädagogikstudium.

Fehlertolerantes Lernen führt zu Lernerfolgen

Chronologisch gehen die Autoren vor, um die verschiedenen Einheiten der Unterrichtsvorbereitung, -gestaltung und -nachbereitung zu erläutern. Anfangs werden die elementaren Lernprinzipien verdeutlicht und mit zahlreichen, praktischen Tipps versehen. Ganz gleich, ob Sie als Trainer einen mehrtägigen Workshop moderieren oder Soziologie in einer Klasse junger Logopädinnen unterrichten: Immer gilt, dass Sie Ihre Leute dort abholen, wo sie sich gerade befinden, das Vorwissen nutzen, um Brücken zu neuen Inhalten zu schlagen. Zudem sollten Dozenten das Konzept des fehlertoleranten Lernens zur obersten Maxime erheben: „Es lernt sich leichter in einer Lernatmosphäre, in der das Ausprobieren von Fehlern erlaubt ist.“

Pyramide für den Unterrichtsaufbau

Die Autoren zeigen, wie Sie Ihren Unterricht so aufbauen und gestalten, dass die Wahrscheinlichkeit der aktiven Teilnahme hoch bleibt – weil die Rezipienten am Ball bleiben und Interesse für den Stoff entwickeln. Zentrales Instrument ist dabei die Lernzielpyramide, die Ihnen klare Zielvorgaben gibt, wie Sie den roten Faden Ihres Lehrplans oder Trainings spinnen.

Motivation und Deeskalation

Die Autoren gehen mit ihren Modellen und Übungen auch speziell auf Trainer ein, die ein frisch zusammengesetztes Team inspirieren müssen. Unsicherheiten – auf beiden Seiten – lassen sich aus der Welt schaffen, wenn Sie mit Entspannungsübungen starten. Kehr und Wannemüller haben gute Ideen für die praktische Umsetzung. Und um Unruhe in den „langweiligeren“ Momenten zu verhindern, vereinbaren Sie feste Regeln. „Handys bleiben aus“ ist die wichtigste davon. Und wenn es doch mal kracht, zwischen den Schülern oder ein Dozent zur Zielscheibe von Aggression wird? Auch daran haben die Autoren gedacht. Ihre Empfehlung: „Klare Grenzen in der Ausdrucksweise setzen, inhaltlich aber den nötigen Spielraum zur Klärung der Sache einräumen.“

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Für alle, die zwar ein Händchen für das Schreiben haben, aber keine Ausbildung

Management-Journal – Fazit: Das Buch „Lernprozesse in Gruppen“ berät Trainer, Dozenten und Lehrer ganz hervorragend, die in ihrem Gebiet unschlagbare Fachleute sind, aber keine Idee haben, wie sie dieses Wissen bestmöglich und nachhaltig vermitteln.

Oliver Ibelshäuser www.management-journal.de

 

Zum Buch: Peter Kehr, Hans-Peter Wannemüller „Lernprozesse in Gruppen“, Publics 2014

 

 

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