Unternehmensgründung: Gernig hat exzellente Ideen für den Einstieg in die Selbständigkeit gesammelt

gernigViele Angestellte schleppen sich täglich ins Büro mit dem nagenden Wunsch, endlich das eigene Ding zu machen. Wäre doch nur die Idee von der ersehnten Selbstständigkeit nicht so verwegen, so riskant oder finanziell aussichtlos. Allen, die sich bei solchen Zweifeln wiedererkennen, ist das Buch „Werde, was du kannst“ von Kerstin Gernig gewidmet: Menschen, die „neue Wege suchen, die sich von ungewöhnlichen Menschen inspirieren lassen, die mehr Angst vor Routinen als vor dem Scheitern haben“.

Vom Drang, Neues auszuprobieren

Die Autorin weiß aus eigener Erfahrung, dass der Sprung vom Arbeitnehmer zum Unternehmer keine Frage des Alters oder der finanziellen Rücklagen ist. Sie hat es mit Ende 40 noch einmal probiert. Und damit ist sie nicht alleine. In Ihrem Buch stellt sie „21 ungewöhnliche Unternehmer und ihre Erfolgsgeheimnisse vor“. Trotz der jeweils unterschiedlichen Lebens- und Berufsziele haben fast alle Biographien ein paar Gemeinsamkeiten: Der Alltag im „9-to-5“-Job wird in der Mitte des Lebens als perspektivlos empfunden. Der Drang, Neues auszuprobieren, sich selbst neu zu erfinden, siegt über die Ängste des finanziellen oder sozialen Abstiegs. Es geht um Menschen, die die ausgetretenen Karrierepfade bewusst verlassen, um kreative Nischen zu besetzen, ihre Zielgruppen mit frischen Ideen abzuholen und dabei teilweise nebenbei neue Berufsbilder schaffen. Nie waren dafür die Zeiten besser als heute, schreibt Gering, weil die „digitale Revolution und die zunehmende Individualisierung der Märkte neue Geschäftsideen ermöglichen“.

„Gedankendopingexperten“ und „Transformationstherapeuten“

Gernig erzählt von Pop-Up-Kartendesignern („Papierkunst, die Millionen fasziniert“), von einem „Gedankendopingexperten“ oder auch einem „Transformationstherapeuten“, der von heute auf morgen seinen gutbezahlten Manager-Job hingeschmissen hat, um esoterische Seminare und Selbsterfahrungskurse zu veranstalten. Nicht immer funktionieren die beruflichen Experimente auf Anhieb. Neuorientierung und Rückschläge gehören zusammen. Auf lange Sicht jedoch waren alle von der Autorin interviewten „Kaltstarter“ mit ihren beruflichen Idealen erfolgreich, weil sie Leidenschaft und Durchhaltevermögen mitgebracht haben – und die neue Berufung gegen den alten Beruf nicht allein hinsichtlich Status und Einkommen abgleichen.

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Management-Journal – Fazit: Auch wenn der eine oder andere im Buch beschriebene Berufsweg einen exotischen Beigeschmack hat: Beim Lesen wächst automatisch die Lust, sich mit den eigenen Wünschen und Perspektiven auseinanderzusetzen. Zu wenig Zeit oder Geld für einen Neustart lässt die Autorin nicht gelten. Und zu alt für den Traumberuf ist auch niemand.

Oliver Ibelshäuser, www.Management-Journal.de

 

Kerstin Gernig: „Werde was du kannst“ Murmann 2014

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