Design Thinking – interdisziplinäre Teamarbeit als Erfolgsfaktor im Projektmanagement

designNeu ist der Ansatz nicht, obwohl der Name „Design Thinking“ das vermuten lässt. Streng genommen reicht die Idee der interdisziplinären, weitgehend herrschaftsfreien Zusammenarbeit in Gruppen mit klar definierten Zielen rund einhundert Jahre zurück, als die „Bauhaus“-Gründer um Walter Gropius bei ihren Studierenden „Lösungskompetenzen für komplexe Fragestellungen erhöhen“ wollten. Neu ist vielmehr, daraus eine universelle Arbeitstechnik abzuleiten, die in Forschung und Lehre, in der Wirtschaft und sogar in der Therapie zu bahnbrechenden gemeinsamen Erlebnissen und Fortschritten führen kann.

Schwerwiegende Probleme unorthodox lösen

Das Geheimnis hinter Design Thinking lüften die Autoren Christoph Meinel, Ulrich Weinberg und Timm Krohn im gemeinsamen Buch „Design Thinking“. Vor allem aber lassen sie Experten zu Wort kommen, die das Konzept in den unterschiedlichsten Bereichen zusammen mit ihren Projektgruppen erfolgreich umgesetzt haben. Design Thinking steht für „einen neuartigen Denk- und Arbeitsansatz, der uns helfen soll, schwerwiegende Probleme auf unorthodoxe Weise zu lösen“ und zwar in gemischten Teams, ungewohnter Arbeitsweise und losgelöst von hierarchischen Fragen. Stehtische, Werkstatt und Labor statt Meetingraum, Kollaboration statt Individualismus, iterative Prozesse statt vorschneller Instant-Antworten stellen konventionelle Arbeitsformen auf den Kopf. Das ist der Spirit von Design Thinking, wie die Autoren erläutern.

Mut und Neugier ersetzen Fachwissen

In ihrem Buch schreiben Experten aus der Forschung, der Lehre und dem Unternehmensalltag über die Vorteile von Design Thinking. Zu Wort kommen Professoren wie Bernard Roth aus Stanford, die malaysische Regierungsmitarbeiterin Carol Wong oder auch TV-Moderator Frank Elstner, die ihre gemeinsame Begeisterung für das Konzept eint. Carol Wong versteht den Ansatz vor allem als Förderung sozialer Kompetenzen („Grundfähigkeiten künftiger Talente“). Jochen Gürtler von SAP entdeckt im Design Thinking eine innovative Form der Teamarbeit, die „Raum für neue Perspektiven und oft überraschende Antworten bietet.“ Die Methode ist ideal, „um sich ohne viel Wissen komplexen Sachverhalten zu nähern und über viel Ausprobieren in Richtung einer funktionierenden Lösung vorzuarbeiten.“

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Management-Journal – Fazit: Keiner kann das Erfolgsgeheimnis von Design Thinking besser erklären als die Experten, die fast täglich damit arbeiten. Dass genau die ausführlich zu Wort kommen und das Konzept in den unterschiedlichsten Anwendungsgebieten erläutern, macht das Buch für Manager und Unternehmer wertvoll, die Team- und Projektarbeit im eigenen Unternehmen verbessern wollen.

Oliver Ibelshäuser, www.Managament-Journal.de

 

Christoph Meinel, Ulrich Weinberg, Timm Krohn: „Design Thinking“; Murmann 2015

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1 Kommentar zu Design Thinking – interdisziplinäre Teamarbeit als Erfolgsfaktor im Projektmanagement

  1. Interessant, was das Design Thinking alles so mit sich bringt. Die Merkmale dieser Arbeitsweise klingen äußerst erfrischend, wenn es um Projektmanagement geht, denn gestrichen werden die öden Meetingräume, Individualismus oder Instant-Antworten. Ich kann mir schon gut vorstellen, meine künftigen Projektarbeiten gemäß Design Thinking zu optimieren. Das einzige, was ich dazu noch hinzufügen würde, was hier allerdings nicht genannt worden ist, ist die digitale Visualisierung des laufenden Projekts mittels einer Kanbantafel, denn bei aller Konzentrierung aufs Detail kann man auf keinen Fall die Gesamtheit aus den Augen verlieren – wäre Schade.

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