Wie Biz Stone zum "Twitter"-Gründer wurde – eine persönliche Unternehmens-Chronik

bizNach dem ebenfalls sehr empfehlenswerten Buch „Twitter“ von Nick Bolte ist „Folge dem blauen Vogel“ innerhalb von nur anderthalb Jahren bereits das zweite Buch, das die Geschichte(n) hinter dem Unternehmen Twitter erzählt. Der Ansatz ist dieses Mal jedoch komplett anders. Während Nick Bolte aus der Vogelperspektive – teils so dramatisch zugespitzt wie in einem Wirtschaftskrimi – vom Aufstieg und den Krisen des Social-Media-Riesen berichtet, legt Mitgründer Biz Stone hier seine Autobiographie vor. Es ist seine persönliche Lebensgeschichte, die mit einer Pleite beginnt, über die ersten Hürden bei Google führt und schließlich in der Geschäftsleitung der Twitter-Company ihren (vorläufigen) Höhepunkt nimmt.

Biographie voller Charme und Witz

Stone ist ein akribischer Chronist der Ereignisse, Begegnungen und mitunter zufälligen wirtschaftlichen Entscheidungen, die ein Hinterhof-Startup in einen der Globalplayer des Internets verwandeln. Vor allem aber ist Stone ein wunderbarer Erzähler, der mit Charme und sehr viel Witz seine eigene Twitter-Story erzählt. Zum Beispiel zu seinem Vorstellungsgespräch bei Google: „Beim ersten Termin meinte eine Frau „Danke, dass Sie gekommen sind. Darf ich Ihnen etwas anbieten? Und ich antwortete: Ja, haben Sie eine Aspirin?“ Oder über seine Wohnortwahl in San Francisco (Google): „Der Stadtteil befand sich gerade im Übergang zwischen heruntergekommen und aufstrebend: Die Hipster waren schon eingezogen, aber nachts hörte man noch Schüsse – möglicherweise in Richtung der Hipster.“

Motivationsbuch für angehende Unternehmer

„Folge dem blauen Vogel“ ist mehr als nur eine erstklassig geschriebene Biographie. Biz Stone gibt tiefe Einblicke in sein Seelenleben als Vollblut-Unternehmer. Nie wollte er etwas anderes als erfolgreicher Gestalter werden. Sein unerschütterlicher Glaube an seine Fähigkeiten, sein Wille, es ganz nach oben zu schaffen, sind beispielhaft und eine erstklassige Motivationsspritze für alle, die genau jetzt darüber sinnieren, ob ihre Vision von der eigenen Firma tatsächlich tragfähig ist: „Kümmern Sie sich nicht um die Details. Es geht nicht darum, Lösungen zu finden. Wenn Sie eine Idee einfach nur im Kopf behalten, gehen Sie die Dinge unbewusst so an, dass Sie sich auf das Ziel hinbewegen. Das funktioniert tatsächlich. Bei mir hat es geklappt.“

Management-Journal – Fazit: An einer Stelle schreibt Biz Stone: „Wer nicht bereit ist, den schlimmstmöglichen Ausgang in Kauf zu nehmen, hat keine Chance auf den bestmöglichen“. Gemeint sind die Zauderer, die die Vision des eigenen Unternehmens immer wieder mit vorgeschobenen Argumenten verwerfen. Auch an sie wendet sich der Autor mit seinem mitreißend-naiven Gründeroptimismus. An die vielen Twitter-Fans sowieso, die die Biographie mit sehr viel Spaß verschlingen werden. Klasse Buch – in jeder Hinsicht!

Oliver Ibelshäuser, www.Management-Journal.de

 

Biz Stone: „Folge dem blauen Vogel“, Ariston 2015

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