Inspirationen und Erfahrungsberichte zum internen Coaching

Das Thema Coaching ist in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert. Unzählige Fachbücher und Ratgeber erklären das Warum und Wie. Und da erscheint im Beltz Verlag ein weiteres, ziemlich schwergewichtiges Buch über interne Coachings. Kann es den beiden Herausgebern Anna Dollinger und Stephan Limpächer gelingen, den Lesern etwas Neues zu vermitteln?

Trendthema: Internes Coaching statt externer Hilfe

Die beiden Herausgeber arbeiten seit vielen Jahren nicht nur selbst als Coaches, sondern sind auch stark in der Coaching-Weiterbildung engagiert. Aus ihrer Berufspraxis erwächst dabei die Einsicht, dass sich ein deutlicher Trend in Richtung interner Coaching-Lösungen abzeichnet. Unternehmen lassen also weniger externe Fachkräfte kommen, sondern setzen verstärkt auf den Aufbau interner Coaching-Teams oder investieren in die Ausbildung einzelner Mitarbeiter zum (zertifizierten) Coach. Welche Erfahrungen haben diese internen Coaches gemacht? Wie gestaltet sich deren praktische Arbeit? Immer wieder werden in diesem Buch Interviews zur Standortbestimmung des Themas genutzt.

Auch durchaus kontrovers diskutierte Ansätze kommen zur Sprache. Kann eine Führungskraft als Coach arbeiten? Oder ein Mitarbeiter der Personalabteilung? Schließlich verstößt dieses Konstrukt gegen eherne Gesetze des Coaching-Prozesses, nämlich eine hierarchische Abhängigkeit zwischen Coach und Coachee zu vermeiden. Um die Frage zu beantworten: Ja, das geht, wenn einige Regeln eingehalten werden. Welche das sind, verrät das Buch durch spannende Gespräche.

Ein Buch geschrieben in neuer Denkweise

Die Herausgeber haben sich bei der Gliederung Ihres Werks bereits an der neuen Art des Denkens, Design Thinking orientiert. Beim Design-Thinking geht es zunächst um eine Bestandsaufnahme, danach um das Verstehen und Treffen von Annahmen, im Anschluss um die Umsetzung und daraufhin der Verbesserung der Annahmen, bis es ein fertiges Produkt oder einen Prototypen gibt. Dieses Gedankenmodell bildet die Klammer rund um den Inhalt des Buches.

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Der erfrischende Ansatz wurde treffend auf das Buch übertragen. Die Bestandsaufnahme des externen und primär internen Coachings in Deutschland wurde kurz gehalten, aber ausreichend tief gehalten. Denn den Herausgebern geht es ja um ein Praxisbuch. Ein wahres Füllhorn an Anregungen, praktischen Tipps sowie Übungen wird (angehenden) Coaches geboten. Die Entwicklung von Gesprächssituationen kommt genauso ausführlich zur Sprache, wie der Aufbau von Reverse Coaching oder die Kombination aus internem Coaching und Entspannungsübungen. So zeigen Autoren und Herausgeber, wie internes Coaching in Unternehmen implementiert wird, stellen Methoden vor und zeigen, welchen Nutzen das interne Coaching in den Firmen entfaltet.

Management-Journal-Fazit: Den Herausgebern und dem Autoren-Team ist ein anregendes überaus informatives Buch gelungen. Durch die vielen verschiedenen Blickwinkel der Verfasser und die Interviews aus der Praxis bietet »Internes Coaching« viele Impulse und konkrete Hilfen für die Arbeit von internen Coaches.

Stephan Lamprecht

Anna Dolling, Stephan Limpächer (Hrsg.), Internes Coaching, Beltz, 2015

Alle lieferbaren Ausgaben von „Internes Coaching“ bei Managementbuch.de

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