Change-Prozesse erfolgreich gestalten – mit Vergnügen

Change ManagementDisruption, Digitalisierung, Globalisierung – kaum eine Branche, die sich derzeit nicht extremen Herausforderungen und starken Veränderungen ausgesetzt sieht. Unternehmen, die hier bestehen und erfolgreich sein wollen, bleibt nur ein Weg: Die Veränderung. Change und Change-Prozesse sind notwendiger denn je und betreffen Organisation, Arbeitsabläufe und Geschäftsmodelle. Der Veränderungsdruck sitzt vielen Managern und Führungskräften wie ein unerwünschter ständiger Begleiter im Nacken. Und obgleich Change in vielen Unternehmen und Branchen dringend notwendig erscheint, gelingen solche Veränderungsprozesse zu selten und noch seltener reibungslos. 70 Prozent aller Initiativen zur Veränderung in Organisationen scheitern, so lautet zumindest die Erkenntnis aus einer Studie des Unternehmens McKinsey (Changing Change Management, in McKinsey Digital 2015). Das muss doch anders gehen, scheinen sich die Autoren von „Der ganz normale Change Wahnsinn“ gedacht zu haben.

4 + 4 = Change?

Auf diese einfache Formel bringen die Autoren den Change-Prozess in Unternehmen. Damit werden Veränderungen nicht zum Kinderspiel. Nein, diesen Eindruck will das Buch gar nicht erst erwecken. Denn Veränderungen können immer auch schmerzhaft sein und auf dem Weg zum Ziel liegen genügend Hindernisse, die erst mit Kraft überwunden werden müssen. Aber in ihren Forschungen zum Thema haben die Verfasser vier Aktionsfelder für zielgerichteten Wandel identifiziert, die letztlich darüber entscheiden, ob aus Initiativen auch echter Fortschritt wird.

Zunächst muss eine Bedeutung geschaffen werden, danach gilt es, die Ziele zu vermitteln und Ergebnisse zu realisieren. Das dritte Aktionsfeld besteht in der Ideengenerierung und schließlich ist der Wandel strukturell zu integrieren und Prozesse zu vereinfachen.

Getragen (oder eben auch gerade nicht) werden Change-Prozesse von vier charakteristischen Typen. Eine Typologie von Mitarbeitern und Projektbeteiligten, die wahrscheinlich jede Führungskraft aus ihrem Alltag kennt. Jeder dieser vier Typen ist in der Lage, im jeweiligen Aktionsfeld wichtige Impulse zu setzen und zum Erfolg beizutragen. Mit seinen Schwächen kann er aber auch die Ergebnisse des jeweiligen Aufgabenfelds torpedieren. Sinnstifter, Macher, Ideenmoderatoren und Strukturierer tragen zum Erfolg von Change bei, wenn es der Führungskraft gelingt, die Typen zu identifizieren und richtig einzusetzen.

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Unterhaltsam die Aktionsfelder bestellen

Zu Beginn eines jeden Kapitels schildern die Autoren zunächst, wie das Aktionsfeld garantiert nicht zum Erfolg wird. Und was sie dort zusammentragen, ist scharf beobachtet und dürfte den meisten Leser (leider) aus dem Alltag viel zu bekannt erscheinen. Oder wer hat im Rahmen von Change-Projekten noch nicht an “Buzzword-Bingo” oder “Blindem Aktionismus” gedacht? Ihre Beobachtungen und Schlussfolgerungen sind nicht nur inhaltlich treffend, sondern auch vergnüglich geschrieben. Das Buch bleibt aber nicht mit der Kritik an aktuellen Change-Projekten stehen. Das wäre vermutlich auch zu einfach. Stattdessen wird beschrieben, wie das Aktionsfeld erfolgreich werden kann. Und das auch immer mit viel Gespür auf das in Unternehmen auch Machbare.

Die Tipps und Anregungen lesen sich ganz wunderbar unprätentiös und pointiert. Hier nimmt der Leser etwas für seinen Arbeitsalltag mit. Natürlich kommt es bei einem Fachbuch in erster Linie auf den Inhalt an. Aber dem Buch aus dem Murmann Verlag merkt man viel Liebe zum Detail gerade auch in der Gestaltung an. Das auffällige Cover, fast in Form eines “Wimmelbildes” und die im Inneren wieder aufgegriffenen Comic-Strips schaffen einfach gute Laune. Und wichtige Kernaussagen und Botschaften sind einprägsam, aber mit viel Understatement im Text markiert.

Management-Journal-Fazit: Mit “Der ganze normale Change-Wahnsinn” ist dem Murmann Verlag und seinen Autoren der Beweis gelungen, dass man sich auch einer schwierigen Materie mit Leichtigkeit zu wenden kann, ohne den Leser mit Plattitüden zu langweilen und nur an der Oberfläche zu kratzen. Die Autoren Leffers, Morgner, Perry und Wreschniok liefern Managern und Führungskräfte wichtige Gedanken, um Change zum Erfolg zu führen.

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Stephan Lamprecht

Nina Leffers, Sebastian Morgner, Thomas Perry, Robert Wreschniok: Der ganz
normale Change-Wahnsinn, Murmann, 2016.

Alle lieferbaren Ausgaben von „Der ganz normale Change-Wahnsinn“ bei managementbuch.de

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