Das Leben wie eine Bühne – Agieren lernen mit Performance Coaching

Performance CoachingDas Gefühl eine Rolle spielen zu müssen, inklusive des dazugehörigen Lampenfiebers hat wohl jeder von uns im Laufe seines Berufslebens wenigstens einmal gehabt. Und für viele Berufstätige gehört dies zum Alltag. Eine Präsentation vor Kunden, von der viel abhängt, oder ein interner Vortrag vor Kollegen sind sehr naheliegende Beispiele. Doch auch bereits eine turnusmäßige Besprechung im Management ist geprägt von Statusgehabe und Rollenspielen. Jenny Simanowitz geht in ihrem Buch “Performance Coaching” auf genau solche Situationen ein. Ihr im Beltz-Verlag veröffentlichtes Buch ist ein Business-Ratgeber, aber der besonderen Art.

Sich etwas (zu)trauen

Performance versteht die Autorin nicht als Begriff der Leistung. Es geht um das, was auch gern als Kunstgattung betrachtet wird. Den Körper und seine Sprache einzusetzen, die persönlichen Verhaltensweisen und den eigenen Ausdruck in die Waagschale des beruflichen Alltags einzubringen. Hier setzt ihr Performance Coaching an.

Darauf haben zwei Faktoren einen großen Einfluss. Einerseits die eigenen Gefühle, die einem auch einen Streich spielen zu können. Zum anderen die Notwendigkeit, die hinter Rollenspielen steckenden Mechanismen zu erkennen und die Rollen anderer Mitspieler zu verstehen und zu entdecken. Zugleich sind wir alle auch von Erwartungen anderer Personen beeinflusst. Uns werden Rollen aufgedrängt, die wir seit Kindesbeinen mehr oder weniger verinnerlicht haben.

Und die einen gehen in ihren Rollen auf, während andere sich darin immer fremd fühlen. Mit Rollen und Rollenverständnis und der Sprache der Gefühle setzt sich die Autorin in den ersten Abschnitten des Buches auseinander. Den Abschluss dieses ersten Abschnitts bildet ein umfangreicher Teil für die Reflexion mit praktischen Übungen.

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Ein Mitmachbuch – im Wortsinne

Simanowitz packt alle Erfahrungen, die sie in den vergangenen Jahren gesammelt hat, in ihr Buch rein. Der Leser merkt jeder Zeile an, dass die Autorin nicht nur gern ihr angesammeltes Fachwissen weitergeben möchte, sondern ihr Thema regelrecht lebt. Schon die einfache Lektüre garantiert so viele neue Erkenntnisse und gedankliche Impulse zur eigenen Rolle. Doch nur, wer sich auch auf die praktischen Übungen tatsächlich einlässt, wird den vollen Gewinn aus der Lektüre ziehen. Das kostet natürlich mehr Zeit, als die reine Lesearbeit benötigt, schafft aber Mehrwert. Nur, wer sich etwa traut, die “Clown-Übung” auch zu absolvieren, wird überrascht davon sein, wie viele Gesichtsmuskeln er denn doch (noch) besitzt, im Alltag aber gar nicht mehr nützt. Und nur, wer wie ein Schauspieler einen Text auf verschiedene Weisen vorträgt, schärft das Bewusstsein für die eigene Wirkung.

Mit mehr Selbst-Bewusstsein im Business-Alltag mehr erreichen

Die vielen praktischen Übungen und Anregungen zur Reflexion sind kein Selbstzweck. Jenny Simanowitz kommt immer wieder auf den eigentlichen Ansatz des Buches zurück. Denn mit “Performance Coaching” soll der Leser in seinem beruflichen Alltag mehr erreichen und in seine Rolle finden. Gegen den Strom schwimmen, Kreativität lernen und anwenden, das Publikum in Vorträgen leichter und schneller für sich gewinnen und Besprechungen aktiv mitgestalten, statt sie zu erleiden – das beschreibt hinreichend, welchen Nutzen Manager, Führungskräfte und Berufstätige aus diesem Buch ziehen werden. Das dies noch dazu gerade auch aus der weiblichen Perspektive beschrieben wird, ist ein zusätzliches Plus dieses gelungenen Buches.

Management-Journal-Fazit: Ein Business-Buch der anderen Art. Wer sich gerade auch auf die praktischen Übungen von „Performance Coaching“ einlässt, erfährt viel über sich und wird bewusster seine Erscheinung in Meetings und in Präsentationen einsetzen können.

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Jenny Simanowitz: Performance Coaching, Beltz Verlag, 2016

Alle lieferbaren Ausgaben von „Performance Coaching“ bei managementbuch.de

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