Überraschende Einsichten in das Leben erfolgreicher Menschen – Nonkonformisten

NonkonformistenErfolgreiche Unternehmensgründer und Manager sind jung, besessen, risikobereit und produzieren eine Idee nach der anderen. Oder, etwa nicht? Dieses gängige Bild transportieren die vielen Hintergrundberichte und Homestories in den Medien. Die Biografien und Artikel über Apple-Gründer Steve Jobs oder die Google-Erfinder Larry Page und Sergey Brin scheinen der These über Nonkonformisten recht zu geben. Die Leser von “Nonkonformisten” werden nach über 300 Seiten einen deutlich differenzierten Blick auf das Thema haben.

Vom Lob des richtigen Zeitpunkts und dem Abschätzen von Risiken

Gehen erfolgreiche und innovative Menschen stets ein Risiko ein, um ein neues Geschäftsmodell oder eine Idee umzusetzen? Adam Grant, der zu den bekanntesten Wirtschaftswissenschaftlern in den USA gehört, hat selbst diese Erwartungshaltung gehabt. Gleich zu Beginn seins Buches erzählt er die Anekdote, dass er seinerzeit nicht in ein neues Unternehmen investiert hat, gerade weil dessen Gründer ihre bisherigen Berufe nicht aufgeben wollten. Aus seiner damaligen Sicht glaubten sie damit nicht genug an den eigenen Erfolg. Das genannte Unternehmen revolutionierte trotzdem den Brillenhandel in den USA und wurde millionenschwer. Die Entscheidung Grants war also falsch. Und ausgehend von dieser Geschichte räumt er (stets wissenschaftlich) fundiert mit einer ganzen Reihe falscher Haltungen auf.

Unter der schönen Überschrift “Nur nichts überstürzen” schildert der Autor, dass die deutsche Tugend vom “Was du heute kannst besorgen” nicht immer die richtige Wahl ist, sondern, dass es etwas wie strategische und unbewusste Verzögerungen gibt und geben muss.

Alte Muster über Bord werfen

Grant zeigt anhand unzähliger Geschichten und Beispiele, wie sehr es sich lohnt, alte Denkmuster über Bord zu werden, wie sich etabliertes Gruppendenken überwinden lässt und wie man sich Gehör verschafft, um eine Neuausrichtung zu erreichen. Dabei zeigt Grant auch, dass Erfolg auf einem Gebiet nicht zwangsläufig auch Erfolg auf einem anderen Arbeitsgebiet bedeutet. Denn gerade die eigenen Erfolge können den Blick auf die Chancen einer neuen Idee trüben.

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Ein kleines, wenn auch faszinierendes Beispiel dafür, ob es wahrscheinlich ist, dass eine Person neue Ideen in die Welt setzen wird, ist die Wahl des Browsers. Grant erklärt, dass Nutzer, die mit dem ausgelieferten Internet Explorer oder Safari surfen, eher nicht aus ihrer Komfortzone ausbrechen werden. Das sieht bei denen anders aus, die sich der Mühe unterzogen haben, herauszufinden, dass es Alternativen gibt und diese auch installiert haben.

Tipps für jedermann, Eltern, Lehrer und Führungskräfte

Am Ende seines auf- und anregenden Buches liefert Adam Grant eine Quintessenz seiner vielen Beispiele. Er wendet sich an jeden Leser, namentlich an Eltern, Lehrer und Führungskräfte und liefert Verhaltensweisen, um originelle Ideen zu fördern und auf den Weg zu bringen. Ein würdiger Abschluss eines wichtigen und unterhaltsamen Werkes.

Management-Journal-Fazit: Adam Grant hat ein ganz wunderbares Buch geschrieben, das in einer vorzüglichen Übersetzung vorliegt. Nicht nur ein Plädoyer für mehr Querdenken, sondern ein Impulsgeber für jeden, der (eigene) Kreativität fördern und verstärken will. Grants Buch gehört unbedingt auf den Lesestapel von Managern und Führungskräften.
Stephan Lamprecht

Adam Grant, Nonkonformisten, Droemer Verlag, 2016

Alle lieferbaren Ausgaben von “Nonkonformisten” bei managementbuch.de

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