Blick in die Zukunft der Autoindustrie

Zukunft der AutoindustrieDie von der Autoindustrie hergestellten Produkte gelten als der Deutschen liebstes Kind. Das Auto verspricht individuelle Mobilität, es ist Transportmittel und Statussymbol gleichermaßen. Es bringt aber auch, wie nicht nur jeder Autofahrer weiß, auch Probleme mit sich: Staus, Abgase, Lärm, Parkplatznot. Wenn Expertise in der Automobilindustrie gefragt ist, dann ist Ferdinand Dudenhöffer nicht weit, der in seinem Buch die Zeitenwende eines Industriezweigs beschreibt.

Ein ungeschminkter Blick auf die Situation

Das Buch beginnt mit einer Beschreibung der aktuellen (Markt-) Situation der Autoindustrie. Kenntnisreich widmet er sich den Gründen, warum heute Autos gekauft werden und zeigt die ausgefeilten Marketingmechanismen auf, die etwa zum Durchbruch der SUV-Wagen führten. Diese sind im Grunde genommen unvernünftig, wie es etwa der Kauf eines Porsche Turbos in den USA mit ihren Geschwindigkeitsbegrenzungen ist. Mittels Emotionalisierung gelingt es aber dennoch, solche Wagen zu verkaufen. Anhand von Analysen und Zahlenmaterial zeigt Dudenhöffer, wie sich Verkäufe und Zulassungen entwickelt haben und benennt auch deutlich die Risiken des heutigen Geschäftsmodells.

Wie wird sich das Auto entwickeln?

Naturgemäß muss in einem solchen Buch auch die Entwicklung der Technik einen breiten Raum einnehmen. Durchaus kritisch werden technologische Trends und Möglichkeiten wie Hybridantrieb oder Brennstoffzellen unter die Lupe genommen und auf ihre Zukunftsfähigkeit untersucht. Sehr ausführlich wird in den Medien weltweit über die Bestrebungen selbstfahrender Autos berichtet. Was ist dran an der neuen Autointelligenz? Werden die Menschen das überhaupt in der breiten Masse nutzen wollen? Wie werden sich die Rahmenbedingungen anpassen und wie wird die Rolle der deutschen Automobilindustrie sein? Dies sind einige der Fragestellungen, die vom Verfasser bearbeitet werden.

Ganz aktuell schließt der Autor seine Analysen auch mit dem Thema der Sharing-Economy ab. Sie stellt eine der größeren Herausforderungen für das Geschäftsmodell der Autobauer dar, denn beim Sharing geht es eben nicht um das Besitzen des Fahrzeugs.

Deutschland als Gewinner oder Verlierer?

Nachdem er mit vielen Details und Insiderwissen die Grundlagen für seine Analysen gelegt hat, versucht Dudenhöffer einen Blick in die Zukunft der deutschen Autoindustrie. Wie stark wird sie von Unternehmen, wie Tesla oder Google herausgefordert? In der Quintessenz seines Buches stellt er zwei denkbare Szenarien vor, die Deutschland als Gewinner, aber eben auch als Verlierer zeigen. In welche Richtung sich die Autoindustrie entwickeln wird, hat sie selbst in der Hand. Wege beschreibt dieses Buch.

Management-Journal-Fazit: Fundiert und kenntnisreich skizziert Dudenhöffer Lage und Zukunft der Autoindustrie in Deutschland. Seine Analyse setzen einen wohltuenden Kontrapunkt zur Dampfplauderei vieler selbst ernannter Experten, die kritiklos dem Marketing aus dem Silicon Valley auf den Leim gehen. Wer sich für die Zukunft des Autos interessiert, sollte zu diesem Buch greifen.

Stephan Lamprecht

Ferdinand Dudenhöffer: Wer kriegt die Kurve, Campus, 2016.

Alle lieferbaren Ausgaben von „Wer kriegt die Kurve“ bei managementbuch.de

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