Innovationen entwickeln und zu Geschäftsfeldern machen

Innovationen erfolgreich kommerzialisierenMit der Fähigkeit, echte Innovationen hervorzubringen, ist es in der deutschen Wirtschaft nicht zum Besten bestellt, glaubt man einer Reihe von Untersuchungen. Besorgniserregender als die reine Zahl der Neuentwicklungen von Produkten oder Dienstleistungen ist, dass nur ein kleiner Teil der Ideen auch erfolgreich kommerziell umgesetzt worden ist. Das zu ändern, ist eines der Ziele der Verfasser.

Es mangelt gar nicht an Innovationen

Grundlage ihrer Ausführungen bilden 30 Gespräche mit Managern aus führenden Wirtschaftsunternehmen. Und es sind diese Interviews, die zu einem überraschenden Wechsel der Perspektive der Autoren geführt haben. Denn ihr Zwischenfazit lautet, dass es gar nicht so sehr an Innovationen selbst mangelt, sondern der größte Bedarf für Verbesserungen in der Phase der Kommerzialisierung der Ideen liegt. Mit anderen Worten: Den Engpass bilden nicht die Ideen, sondern deren Umsetzung in marktgerechte Produkte.

Was fördert Innovationen?

Welche Erfolgsfaktoren zur Förderung von Innovationen gibt es? Welche Voraussetzungen kann das Management dafür schaffen, damit ein Unternehmen Innovationen hervorbringt? Diese Fragestellung beherrscht das zweite Kapitel des Buchs. Dabei gehen die Verfasser auf verschiedene Gesichtspunkte aus der Literatur ein und bewerten diese nach Relevanz. Dazu zählen beispielsweise der Einfluss des Projektmanagements, der Unternehmenskultur, des Supports durch das Top-Management oder auch der Versorgung mit Informationen durch das Unternehmen hindurch. Dabei werden immer auch typische Probleme aus dem Unternehmensalltag benannt.

Einblicke in die Praxis anderer Unternehmen

Den genannten Faktoren halten die Autoren dann selbst den Spiegel vor, denn im dritten Kapitel erhält der Leser Einblick in die Innovationskultur von vielen bekannten Unternehmen wie zum Beispiel Airbus, BMW, Daimler, Evonik, Lanxess, Schott oder T-Systems. Die Interviews werden nicht im Detail wiedergegeben, sondern die Quintessenz aus den Befunden dargestellt. Durch eine ganze Reihe von persönlichen Berichten der Interviewpartner bietet das Buch aber dennoch interessante Einblicke in die Welt anderer Unternehmen.

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Rahmen für erfolgreiche Kommerzialisierung

Aus Sicht der Autoren führt der Weg zu einer erfolgreichen Kommerzialisierung von Innovation über die Paint Points beim Kunden. Nicht gelöste oder nur wenige zufriedenstellend gelöste Probleme und Herausforderungen auf der Seite des Kunden, bilden die Basis von innovativen Produkten oder Prozessen, die sich auch erfolgreich vermarkten lassen. Im vierten und entscheidenden Kapitel ihres Buches zeigen sie Wege und Rahmenbedingungen auf, mit denen Unternehmen genau solche Pain Points identifizieren können, um darauf aufbauend Innovationen und daraus Geschäftsfelder aufzubauen. Dabei bleiben sich die Autoren aber auch der Tatsache bewusst, dass viele Innovationen ihre Entstehung dem Zufall verdanken und das dies mit Sicherheit immer auch so bleiben wird.

Management-Journal-Fazit: Das vorliegende Werk bietet zwei wesentliche Vorteile. Einerseits die Breite des verwendeten Materials auf der Höhe aktueller Forschung, andererseits die Praxisnähe und Perspektivwechsel durch die Einblicke in das Innovationsmanagement anderer Unternehmen. Das macht es zu einem überaus lesenswerten Buch.

Stephan Lamprecht

Janovsky, Gerlach, Müller-Schwemer: Innovationen erfolgreich kommerzialisieren, Schäffer Poeschel 2016

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