Wie man Industrieunternehmen agil macht

„Agilität“ verspricht Handlungsfähigkeit in einer Welt, die volatil, unsicher, komplex und vielschichtig ist. Aber was ist Agilität? Was leistet das Agilitätskonzept über das hinaus, was „Lean Production“ und professionelles Risikomanagement längst leisten? Eine Riege renommierter Autoren konzentrierte sich auf dieses Thema und versammelt die Ergebnisse nun in einem äußerst lesenswerten Buch. Es zeigt vornehmlich mittelständischen und großen Industrieunternehmen, wie sie ein agiles Konzept entwickeln und implementieren können.

Agil sein heißt, mit Unsicherheit umgehen können

Da „Agilität“ auch ein Modebegriff ist, der je nach Couleur mit unterschiedlichen Bedeutungen aufgeladen wird, ist es gut, dass die Autoren gleich zu Beginn explizieren, was sie unter Agilität verstehen – nämlich „die Fähigkeit eines Unternehmens, sich proaktiv auf Unsicherheiten vorzubereiten und sich so in die Lage zu versetzen, innerhalb kürzester Zeit auf Veränderungen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu reagieren, um wirtschaftliche Chancen zu realisieren.“

Digitalisierung ist nur einer von mehreren Treibern

Mit dieser Definition leisten sie schon eine Menge, indem sie zeigen, dass die „Digitalisierung“ – oft in einem Atemzug mit „Agilität“ genannt – nur einer von mehreren Treibern für die agile Ausgestaltung der Unternehmensorganisation ist. Dazu kommen die Faktoren Granularität, Vernetzung, und Disruption. Damit ist der Grundstein gelegt für eine analytische Betrachtung der Herausforderungen und Lösungen.

Im Kern geht es um die Operations

Als die wesentlichen Stellhebel für eine agile Organisation nennen die Autoren denn auch den Bereich „Operations“, also Arbeitsorganisation, Produktionsanlagen, Beschaffung, Logistik, Produktgestaltung. Für alle Bereiche liefern sie konkrete Anleitungen für mögliche Maßnahmen. Dazu liefern sie mahnende Beispiele von Unternehmen, die wegen ihrer Starrheit untergegangen sind und auch von Unternehmen, die ihren agilen Prozessen überdurchschnittliche Erfolge zu verdanken haben.

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Agilität bedeutet auch Standardisierung

Agilität wird oft gleichgesetzt mit Schnelligkeit, Flexibilität und Kreativität. Die Autoren um den Grazer Universitätsprofessor Christian Ramsauer und den McKinsey-Mann Christoph Schmitz fügen dem Thema eine weitere wichtige Facette zu, und zwar „Standardisierung“. Die Standardisierung von Prozessen quer durch alle Bereiche der Wertschöpfungskette ist, so schreiben sie, eine Grundvoraussetzung für schnelles Reagieren auf unvorhersehbare Ereignisse. Mit diesem umfassenden Verständnis von „Agilität“ heben sie die aktuelle Diskussion auf ein neues Niveau.

Management-Journal-Fazit: „Erfolgsfaktor Agilität“ zeigt Managern, Geschäftsführern und Führungskräften, was „Agilität“ für Mittelständler und große Industrieunternehmen bedeutet. Die Autoren liefern den Verantwortlichen wertvolle Hinweise auf dem Weg zum agilen Unternehmen.

Wolfgang Hanfstein, Management-Journal.de

Christian Ramsauer, Detlef Kayser, Christoph Schmitz (Hrsg.); Erfolgsfaktor Agilität

Erfolgsfaktor Agilität

Erfolgsfaktor Agilität
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        Pros

        • Konkrete Anleitungen
        • Hebt Diskussion auf neues Niveau

        Cons

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