Ohne Scheitern durch die Promotion

Wer vorhat, sein Studium mit einer Promotion zu krönen, hat die grundlegenden akademischen Weihen in aller Regel mit Bravour erreicht. Hausarbeiten, Referate, Zwischenprüfungen und Abschlussprüfung fielen, bei aller dahinter stehenden Arbeit, eher leicht. Es schien unaufhaltsam aufwärtszugehen – und dann kam die Promotion.

Das Statistische Bundesamt liefert keine Daten über die Zahl der Promovierenden, die ihr Vorhaben vorzeitig aufgegeben haben, sondern lediglich die Zahl der erfolgreichen Promotionen. Nach aktuellen Schätzungen scheitern 40 Prozent der Promovierenden und geben auf. Eher selten aus Gründen, die in unmittelbaren Zusammenhang mit dem gewählten Forschungsgegenstand stehen. Häufiger ist die Ursache im persönlichen Umfeld zu suchen.

Wer promovieren will, begibt sich auf einen kräftezehrenden Marathon. Der Promovierende muss sich über einen langen Zeitraum selbst motivieren und an seinem Thema dran bleiben. Keine leichte Aufgabe. Atilla Vuran und Gunnar Seide wollen mit ihrem Arbeitsbuch Hilfestellung auf dem Weg leisten.

Rückschläge hinnehmen und Wege aus Krisen finden

Die beiden Autoren haben erfolgreich Studierende zur Promotion geführt, wissen, um die Zweifel und Probleme, die sich während dem Forschen und Schreiben einstellen können. Offensiv nennen sie ihr Buch „Promovieren heisst Scheitern“. Scheitern aber nicht verstanden, als den vorzeitigen und endgültigen Abbruch des Vorhabens, sondern eher als Rückschlag auf dem Weg zum Ziel. Und diese Rückschläge treten auf vielfältige Art in Erscheinung. Promotion ist aus Ihrer Sicht in erster Linie Führung. Der Promovierende muss sich selbst führen und entsprechend sprichwörtlich am eigenen Schopf aus Krisen ziehen.

Das Arbeitsbuch gliedert sich in 15 in sich geschlossene Kapitel, die unterschiedliche Probleme während der Promotion thematisieren. Der Leser ist dazu eingeladen, sich genau die Themen herauszupicken, die ihn am meisten interessieren, oder eben die Abschnitte zu lesen, die seine aktuellen Schwierigkeiten beschreiben. Die Kapitel selbst sind stets gleich gegliedert. Den Beginn macht die Schilderung des Problems aus der Perspektive einer Promotionsstudentin. Es schließt sich ein kurzer Theorieteil an, der Hintergrundinformationen liefert. Wichtig ist der praktische Teil. Hier ist der Leser gefordert, sich aktiv mit der Problematik auseinanderzusetzen und zu reflektieren.

Behandelt werden so vielfältige Aspekte wie die eigentliche Motivation hinter der Promotion, eigene Ängste, Konzentration und Unsicherheit, aber auch die Suche nach Lösungen und das Fällen von Entscheidungen.

Management-Journal-Fazit: Ein überzeugend geschriebenes und aufbereitetes Vademecum für alle, die an ihrer Promotion arbeiten. Dass sich hier Probleme einstellen werden, ist wahrscheinlich, dann ist es hilfreich, dieses Werk im Haus zu haben.

Stephan Lamprecht

Promovieren heisst Scheitern

Promovieren heisst Scheitern
10

Lesbarkeit

10.0 /10

Nutzwert

10.0 /10

Anspruch

10.0 /10

Pros

  • Vielfältige Ansätze
  • Lösungsorientiert
  • Wege zur Selbstreflexion

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