Weg mit dem Kontrollwahn – Freiheit für Manager

Dorothea Assig und Dorothee Echter packen ihren Leser gleich auf den ersten Seiten mit der typischen Schilderung einer jungen Führungskraft mit Ambitionen, die auf ihrem Fachgebiet viel bewirkt, aber im Rahmen der üblichen Bewertungsgespräche auf Defizite hingewiesen wird. Diese sollen dann mit gezielten Entwicklungsmaßnahmen behoben werden. „Falsch“, sagen die Autorinnen. Denn damit wird nicht der positive und nützliche Beitrag zum Unternehmen gewürdigt, sondern die Fehler oder Schwächen in den Mittelpunkt gerückt. Die systematisch durchgeführten Bewertungsgespräche und Maßnahmen führen aus ihrer Sicht letztlich zu Mittelmaß. Die Qualität von Menschen objektiv messen zu wollen, nennen sie eine Illusion.

Ambitionen fördern und zur Größe erwachsen

Damit stellt sich natürlich die Frage, was an Stelle des traditionellen Ansatzes treten soll. Aus ihrer Berufserfahrung als Beraterinnen von Top-Managern ist die Erkenntnis entstanden, dass erfolgreiche Führungskräfte einem inneren Antrieb, ihrer Ambition folgen. Mag die externe Sicht auf eine Karriere zwar den Eindruck erwecken, dass es das Fachwissen, das Taktieren oder der Einsatz von Ellenbogen waren, die eine Person erfolgreich gemacht haben, aus Sicht der Verfasserinnen bleibt es doch dieser innere Antrieb. Und so nennen sie ihren Ansatz auch ganz folgerichtig „Ambition-Management“.

Die Ambition steht im Zentrum einer großen Karriere. Es kommen aber noch vier strategische Handlungsdimensionen hinzu, die in jeder Phase durchlaufen werden. Das Streben nach höchstem Können, die eigene Psyche zu stabilisieren, positive Resonanz zu erzeugen und die Gestaltung der eigenen Bühne. Denn die Ambition kann sich am besten dort entfalten, wo sie auf eine spezifische Aufgabe trifft. Das ist auch der Grund dafür, warum manche Aufgaben der Person, die sie übernimmt, wie auf den Leib geschrieben wirken.

Doch wie kann das nun in der Praxis erreicht werden? Das verraten die beiden Verfasserinnen unter verschiedenen Aspekten.

Einziges Manko des ansonsten inspirierenden Titels ist der teilweise doch sehr gravitätische Stil, der die Lektüre anstrengender macht, als es denn sein müsste.

Management-Journal-Fazit: Wer den Großteil seiner bisherigen Karriere in klassischen Strukturen verbracht hat, wird beispielsweise angesichts der Forderung, die klassischen Bewertungsgespräche hinter sich zu lassen, irritiert reagieren. Aber die beiden Autorinnen zeigen einen Weg auf, wie die Leser nicht nur zur eigenen Größe finden und ihre Ambitionen als Antrieb erkennen und nutzen, sondern auch, wie damit Unternehmen wieder zu Start-ups werden können, ohne dass x-te Change-Programm zu initiieren.

Stephan Lamprecht

Freiheit für Manager

Freiheit für Manager
9.7

Lesbarkeit

9.0 /10

Nutzwert

10.0 /10

Anspruch

10.0 /10

Pros

  • Ideenreich
  • Gute Darstellung
  • Neuer Ansatz

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