Die 25-Stunden-Woche erreichen, Arbeit neu denken.

Täglich nur noch 5 Stunden arbeiten, aber das Gehalt einer 40-Stunden-Woche erhalten? Unter den Arbeitnehmern eines Unternehmens, das einen solchen Vorschlag macht, dürfte die Zustimmungsquote wahrscheinlich bei 100 Prozent liegen. Nur welcher Unternehmer sollte das freiwillig tun? Schließlich verschärft er damit ja seinen Kostendruck, da die Menge der Arbeit ja nicht geringer wird. Lasse Rheingans hat die Einführung der 25-Stunden-Woche in seinem Unternehmen gewagt. Und in seinem Buch „Die 5 Stunden Revolution“ berichtet er von diesem Experiment.

Ohne Veränderung geht es nicht

In unserer Gesellschaft hält sich hartnäckig die Ansicht, dass die Zeit, die ein Arbeitnehmer an seinem Arbeitsplatz verbringt, auch die produktive Zeit ist, die er arbeitet. Dass an dieser falschen These festgehalten wird, ist umso erstaunlicher, da doch jeder Arbeitnehmer aus seinem Alltag weiß, dass sie nicht stimmt. Wer hat noch nicht im Büro telefonisch einen Termin mit einem Handwerker abgestimmt? Oder in der Mittagspause schnell ein Paket abgeholt, und damit die Pause überzogen? Und es gibt unendlich viele solcher Beispiele. So geht Stück um Stück etwas von der täglichen Arbeitszeit verloren.

Das war auch Lasse Rheingang bewusst. Ohne Veränderungen des Verhaltens und feste Absprachen konnte sein Experiment nicht gelingen. Die aufgestellten Regeln scheinen auf den ersten Blick sehr überschaubar, deren Einhaltung ist deutlich schwieriger und erfordert viel Disziplin von den Mitarbeitenden. Schließlich geht es um nicht weniger, als in den 5 Stunden täglicher Arbeitszeit alle externen und internen Störungen konsequent auszuschalten.

Das umfasst eigene und vielleicht lieb gewonnene Gewohnheiten, wie den Aufruf von Facebook oder Twitter. Notwendig ist es aber auch, selbst kurze Besprechungen in extra dafür eingerichteten Bereichen zu führen, um die Kollegen nicht zu stören. Und auch die interne und externe Kommunikation via E-Mail wird optimiert.

Von Hindernissen und Rückschlägen

Die Einführung der 25-Stunden-Woche in der Agentur hat viel mediales Aufsehen erregt. Lasse Rheingans berichtet in seinem Buch ganz offen von den Hindernissen und Problemen auf dem Weg dorthin. Die Arbeitsrechtler, die er vor der Einführung des neuen Modells konsultierte, waren jedenfalls skeptisch und witterten eine besonders perfide Art, um Personal abzubauen. Denn wenn ein Mitarbeiter die gleiche Leistung in 25 Stunden erbringt, hätte er sich ja offenbar der Arbeit in seinem 8-Stunden-Tag verweigert.

Dies waren aber längst nicht alle Stolpersteine, die aus dem Weg geräumt wurden. Schließlich gibt es ja auch die Seite der Kunden, die (nicht nur) in der Zusammenarbeit mit Agenturen von einer ständigen Erreichbarkeit ausgehen. Wie man hier eine Lösung findet, davon berichtet dieses lesenswerte Buch.

Management-Journal-Fazit: Dieses Buch ist Pflichtlektüre für jeden, der sich mit modernen Arbeitszeitmodellen beschäftigt. Spannend, wie mit vergleichbar einfachen Regeln, die Produktivität in einem Unternehmen dermaßen erhöht werden kann. Und wer einmal kritisch über sein eigenes Arbeitsverhalten nachdenken möchte, wird das Buch ebenfalls mit Gewinn lesen.

Stephan Lamprecht

Die 5 Stunden Revolution

Die 5 Stunden Revolution
10

Lesbarkeit

10.0 /10

Nutzwert

10.0 /10

Anspruch

10.0 /10

Pros

  • Faszinierend
  • Umsetzbar

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