Einfach Vermögen aufbauen

Tipps zur perfekten Anlagestrategie sind ja stets mit Vorsicht zu genießen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie von einem guten Bekannten stammen, in einem Blog stehen oder in Buchform erscheinen. Immer dann, wenn müheloser Reichtum garantiert wird, ist Misstrauen angesagt. „Reich” wird meist nur einer. Der Absender der Botschaften nämlich, der in irgendeiner Weise von den Tipps profitiert. Umso besser, dass der Titel „Die genial einfache Vermögensstrategie” bereits auf seinen ersten Seiten eine seriöse Einschätzung darüber liefert, was die Leser von dem Buch erwarten dürfen.

Von Risiken und Beraterargumentationen beim Vermögensaufbau

Was gleich vier Finanzwissenschaftler zusammengetragen haben, sind keine Insider-Tipps oder schnelle und einfache Wege zu Reichtum. Sehr allgemeinverständlich, aber ohne zu starke Vereinfachungen, gehen sie der Frage nach, wie der Leser seinen individuellen Weg zum Vermögensaufbau findet. Und da die Autoren dem Leser ja kein konkretes Produkt verkaufen müssen, werfen sie auch einen vertiefenden Blick auf Dinge, die ein Finanzberater nicht erwähnt. Apropos: Sie beginnen bereits damit, dem Leser in Erinnerung zu rufen, dass der Finanzberater sich zwar gern Berater nennt, aber in den meisten Fällen doch ein Verkäufer ist. Jedenfalls wenn er im Auftrag eines Kreditinstituts oder Anlagegesellschaft handelt. Er ist also selten neutral.

Während des Beratungsgesprächs tauchen stets die berühmten Charts auf. Eindrucksvolle Diagramme und Schaubilder, die stets nur eine Richtung kennen. Nach oben. Das ist aber eben nur ein Teil der Wahrheit. Denn über sehr lange Sicht kann sich das angelegte Geld durchaus vervielfachen. Es kann aber genauso verschwinden, nämlich dann, wenn man sich im Zeithorizont in einem Bereich nachgebender Kurse und Märkte befunden hat.

Der überwiegenden Mehrheit der privaten Anleger geht es in der Regel nicht um den schnellen Reichtum, sondern um einen nachhaltigen Vermögensaufbau, um auch nach Rentenbeginn nicht den gewohnten Lebensstil aufgeben zu müssen. Die Crux dabei: Worin man sein Geld anlegt und wie viel überhaupt, hängt stark auch von der eigenen Risikobereitschaft ab. Und von der Streuung des (immer bestehenden) Risikos für finanzielle Verluste.

Eines der zentralen Themen des überaus gelungenen Ratgebers. Und die Verfasser erklären auch Themen, zu denen sich andere Bücher dann gern mal ausschweigen. Zum Beispiel wenn nachvollziehbar vorgerechnet wird, wie sich ein vorgezogener Rentenbeginn finanziell auswirkt.

Wie die erfahrenen Wissenschaftler zeigen, gibt es durchaus die Möglichkeit, sein Geld gewinnbringend anzulegen und Risiken zu vermeiden. Zu den Grundprinzipien gehören dabei die Diversifikation von Anleihen und Aktien. Vermeiden sollte man dabei auch, auf die Kursentwicklung von Einzelwerten zu spekulieren. Wenn man den Verfassern glaubt, dann schaden Anleger mit der ständigen Beschäftigung mit ihrem Portfolio dem Vermögensaufbau eher. Zu viel wollen wir an dieser Stelle aber nicht verraten, schließlich sollen Sie das Buch ja auch noch kaufen.

Den Ruhestand planen

Bei der Ermittlung der Rentenlücke sind Finanzberater ja gern behilflich. Aber wie sieht eine gelungene Strategie für das „Entsparen” aus? Dies beginnt bereits mit der Entscheidung, ob der Anleger sich denn überhaupt kontinuierlich an seinem Vermögen bedienen will. Oder alle Anlageprodukte auf einen Schlag zu Geld macht. Auch zu diesem Thema muss der Leser sich nicht auf sein „Bauchgefühl” verlassen. Verschiedene Modellrechnungen und Entnahmestrategien helfen ihm bei der Entscheidung.

Management-Journal-Fazit: Wer sich klug und neutral mit dem Thema Geldanlage und Vermögensaufbau beschäftigen will, kann bedenkenlos zu diesem Ratgeber greifen. Denn es liefert genau das Hintergrundwissen, das nötig ist, um sich nicht im Dickicht der Angebote von Finanzprodukten zu verirren.

Stephan Lamprecht

Die genial einfache Vermögensstrategie

Die genial einfache Vermögensstrategie
10

Lesbarkeit

10.0 /10

Nutzwert

10.0 /10

Anspruch

10.0 /10

Pros

  • Verständlich erklärt
  • Detailtiefe
  • Rechenbeispiele

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