Zufriedene und glückliche Mitarbeiter zu haben ist Chefsache

Von der Lichtstärke über die Raumgröße bis zur Ausstattung der Toiletten ist an deutschen Arbeitsstätten alles bis ins kleinste Detail geregelt und vorgeschrieben. Egal, ob es sich um eine Bäckerei, eine Tankstelle oder ein Büro handelt. Wenn es aber um so wichtige Faktoren wie Zufriedenheit und Glück am Arbeitsplatz geht, regiert König Zufall. Dabei hat die Arbeitspsychologie viel zu diesem Thema zu sagen. Der britische Psychologe Peter Warr richtet sich mit seinem Buch „Richtig motiviert mehr leisten“ an Führungskräfte und HR-Profis und bringt die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeitspsychologie für sie auf den Punkt.

Ein Unternehmen ist weder Irrenhaus noch Kuschelzoo

Es gibt unzählige Sachbücher und Ratgeber oder Selbsthilfeliteratur zum Thema Glück. Aber obwohl es die Arbeit ist, die das Leben der meisten Menschen nachhaltig prägt und bestimmt, wird genau dieser Bereich meist ausgeblendet. Dabei profitieren nicht nur die Angestellten von einem Klima, das persönliche Entfaltung ermöglicht und zur gegenseitigen Wertschätzung ermutigt. Auch die Performance des Unternehmens steigt. Wie ein solches Klima gezielt hergestellt werden kann, zeigt der Arbeitspsychologe Peter Warr in diesem Buch.

Die zwölf Schlüsselmerkmale für Zufriedenheit im Job

Es sind genau 12 Schlüsselmerkmale, die darüber entscheiden, ob Glück und Zufriedenheit erfahren werden können oder nicht. Jedes einzelne Merkmal ist wiederum von mehreren Faktoren abhängig, die Warr jeweils getrennt analysiert. Die zwölf Schlüsselmerkmale im Überblick:

  • Persönlicher Einfluss (die Möglichkeit, Handlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen)
  • Einsatz eigener Fähigkeiten (die Möglichkeit, Stärken und Talente zu entfalten)
  • Anforderungen und Ziele (nicht nur selbst gesteckte Ziele wirken motivierend!)
  • Abwechslung (immer wieder das Gleiche tun zu müssen, führt zu Niedergeschlagenheit)
  • Klare Aufgaben und Prinzipien (Ungewissheit wirkt beunruhigend, schürt Angst)
  • Soziale Kontakte (Ängste und Depressionen sind oft auf den Mangel an sozialen Kontakten zurückzuführen)
  • Geld (obwohl darüber oft hinweggegangen wird, ist finanzielle Unabhängigkeit ein wichtiger Faktor für ein zufriedenes Leben)
  • Angemessenes physisches Umfeld (die allgemeinen Lebensbedingungen)
    Anerkennung und Wertschätzung (konkretes Lob für konkrete Leistungen)
  • Unterstützende Vorgesetzte (ehrliches Interesse und individuelle Förderung)
  • Gute Karrierechancen (die Möglichkeit, sich zu entwickeln)
    Fairness (einen Arbeitgeber zu haben, der Mitarbeiter und Kunden respektvoll behandelt)
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Die Grundlage für eine hohen „Return on Happyness“

Der Psychologe Warr verspricht keine Wunder. Denn „Ihre gegenwärtige Lebenserfahrung ist das Ergebnis von abertausend Ereignissen und Entscheidungen, die sich im Laufe vieler Jahre kumuliert haben. All das kann man nicht über Nacht verändern“. Aber er weiß auch, dass die längste Reise mit dem ersten Schritt beginnt. Und so entwickelt er im letzten Kapitel ein Sieben-Schritte-Programm, um ins Handeln zu kommen. Ein Programm, das Leser sowohl auf sich selbst, als auch auf ihre Mitarbeiter anwenden können. Managementbuch.de – Fazit: „Richtig motiviert mehr Leisten“ bringt die Glücksforschung dahin, wo die Weichen für ein erfülltes Leben gestellt werden – an den Arbeitsplatz. Wissenschaftlich fundiert, leicht zu lesen, und mit vielen Hinweisen, dem Glück auch im eigenen Leben die Tür aufzumachen.

 

Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de

Peter Warr, Guy Clapperton: Richtig motiviert mehr leisten. Konzepte und Instrumente zur Steigerung der Arbeitszufriedenheit. Schäffer-Poeschel Verlag.

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