Die Zauberformel für radikale Innovation

Er ist Deutschlands Chefkreativer in Sachen Innovation. Und weil Jens-Uwe Meyer keine halben Sachen macht, geht es ihm in seinem neuen Buch natürlich nicht um inkrementelle Innovation (ein bisschen anders), sondern um radikale Innovation (neue Produkte, neue Märkte). Das ist kein Votum dafür, erfolgreiche Unternehmen auf den Kopf zu stellen. Wohl aber der dringende Rat, wenigstens eine Abteilung oder Ausgründung auf den Kopf zu stellen. Denn auch wenn inkrementelle Innovationen den aktuellen Erfolg absichern helfen, gilt es doch, Unternehmen für eine ungewisse Zukunft fit zu machen.

Muss man dieses Buch lesen? Ein Schnelltest:

Muss man „Radikale Innovation. Das Handbuch für Marktrevolutionäre“ lesen? Mit nur leicht verhaltenem Augenzwinkern stellt der Autor eingangs drei Fragen. Wer nur eine davon mit „Ja“ beantworten könne, brauche das Buch nicht zu lesen:

1. Sind Sie mit Ihrem Wachstum zufrieden? Können Sie Ihre Wachstumsziele ohne große Veränderungen erreichen?
2. Können Sie mit Ihren bewährten Produkten und Dienstleistungen nach wie vor großes Wachstum erzielen?
3. Sind Ihre Märkte stabil? Wird Ihr Unternehmen in den nächsten zehn Jahren von Veränderungen unberührt bleiben?

AEG – An Einfallslosigkeit Gestorben

Damit niemand allzu leichtfertig „ja“ sagt, bläst Jens-Uwe Meyer im ersten Kapitel zum Angriff. Fragt, warum der Versandspezialist Quelle dichtmachen musste, während gleichzeitig ein völlig branchenfremder Informatiker aus den USA den weltweiten Versandhandel mit „Amazon“ neu aufrollte. Warum die Media-Saturn-Kette 16 Jahre brauchte, um einen Online-Shop zu eröffnen. Und er stellt Mutmaßungen an, warum von AEG nicht mehr geblieben ist, als der Markenname AEG – „An Einfallslosigkeit Gestorben“.

Wie aus spinnerten Ideen Cashcows werden

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Mit Verve überzeugt Meyer Unternehmen von der Notwendigkeit radikaler Innovation. Dass es ihm dabei nicht um Brainstormings und Tausende von Ideen geht, sondern um die systematische Entwicklung neuer Produkte und Märkte, zeigt er im zweiten Teil seines Buches. Hier stellt er die Methodik der „Innovation Greenhouses“ vor. Und während im ersten Teil des Buches Hertie und Konsorten für Ideenarmut Pate standen, so tauchen hier Erfolgkonzepte und Geschichten wie Nespresso, Fiat 500 oder auch die DHL Packstationen auf. Alles vermeintlich spinnerte Ideen und gleichzeitig Zeugen dafür, dass die systematische Entwicklung radikaler Innovationen durchaus Erfolg versprechend ist.

Innovation durch ZAUBERei

Jens-Uwe Meyers Vorgehen ist immer einfach und praktisch. Das zeigt eine der vielen in diesem Buch vorgestellten Methoden, die ZAUBER-Formel. Anhand dieser fünf Buchstaben öffnet er Denkfelder, auf denen radikal neue Produkte wachsen können:
Z: Zeitfresser: Welche Leistungen können dabei helfen, Zeit zu sparen?
A: Aufwand reduzieren: Was kann dabei helfen, Arbeiten und Prozesse einfacher zu machen?
U: Unwissen: Mit welchen Informationen könnte ich schneller und besser arbeiten?
B: Budget: Wie kann ich Dinge radikal billiger machen?
E: Ergebnisse verbessern: Mit welchen Mitteln und Leistungen kann ich Ergebnisse verbessern?
R: Risiken: Wie kann ich Menschen helfen, Risiken zu vermeiden?

Radikale Innovation ist kein Heilmittel, sondern Prävention

Ein Blick auf die Veränderungen der letzten zwanzig Jahre zeigt, dass viele Unternehmen mit scheinbarer Ewigkeitsgarantie längst vom Markt verschwunden sind. Parallel dazu haben sich in nur wenigen Jahren neue Unternehmen an die internationale Spitze gestellt. Die Notwendigkeit für Unternehmen, die Augen aufzuhalten, ist größer denn je. Und zwar für Unternehmen aller Größenordnungen. Roter-Reiter.de – Fazit: Jens Uwe Meyer haut in die richtige Kerbe: Radikale Innovation systematisch anzugehen, und zwar jetzt, zu einem Zeitpunkt, wo die bisherigen „alten“ Geschäftsfelder (hoffentlich) noch ertragsstark sind.

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Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de

 

 

Jens-Uwe Meyer; Radikale Innovation. Das Handbuch für Marktrevolutionäre. Business Village.

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