Erfolgsmodelle für das Internet-Startup

digitale geschäftsmodelleZahllose Startups, die sich „irgendwas mit Internet“ auf die Fahnen schreiben, erblicken jedes Jahr das Licht der Wirtschaftswelt. Viele von ihnen überleben die ersten Monate nicht. Dabei fehlt es nicht unbedingt an dem langen Atem, um auch mal eine Durststrecke durchstehen zu können. Es mangelt vielmehr an einem tragfähigen Business-Plan, der klar regelt, wann und in welchen Summen Geld fließt. Christian Hoffmeister greift jungen Unternehmensgründern unter die Arme und bewahrt sie vor vorschnellen und teuren Fehlentscheidungen. Sein Buch „Digitale Geschäftsmodelle richtig einschätzen“ erläutert sehr detailliert die Erfolgsrezepte der Major-Player im Internetsektor. Im gleichen Zug warnt Hoffmeister davor, die Business-Modelle der IT-Giganten einfach kopieren zu wollen. Der Schuss geht nach hinten los. An den Beispielen Google, Facebook, Apple und Co. belegt der Autor sehr genau, dass ein paar Wissenshäppchen aus Fachzeitschriften und Wirtschaftsportalen zu User-Zahlen, Online-Werbung oder vermeintlichen Killer-Apps nicht ausreichen, um selbst ein erfolgreiches Geschäft zu (be)gründen. Vielmehr sollten sich junge Unternehmer zunächst mit den ungeschriebenen Spielregeln der Märkte vertraut machen, die Hoffmeister erstklassig auf den Punkt bringt.

Vorsicht! Virtuelle Fans sind keine echten Kunden

Eine der häufigsten Fehlannahmen für vielsprechende „Free“-Angebote lautet: „Wenn ich mit meinem neuen Internet-Angebot nur möglichst viele Nutzer anlocke, rollt der Rubel von ganz allein. Facebook und Twitter machen es ja vor“. Falsch! – sagt Hoffmeister, „Bei digitalen Waren ist es nicht ratsam, viele kostenlose Nutzer aufzubauen, denn damit sinkt die Zahl der Käufer, die bereit sind, die Kosten der nichtzahlenden Nutzer zu übernehmen“. „Negative Netzwerkeffekte“ heißt diese Regel. Besser: Über kostenlose Angebote die User einsammeln und binden, indem die zunächst unsichtbaren „Wechselkosten“ nach oben geschraubt werden. Und dem Anwender damit den Seitensprung zum Wettbewerber verleiden, weil Datenverlust droht oder die Abmeldung zu stressig ist. Apple hat es mit iTunes vorgemacht. Facebook beherrscht das Prinzip und die meisten Software-Hersteller sowieso.

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Der frühe Vogel fängt den Wurm…

… oder beackert ganz naiv das Feld für die Großbauern, die später die fette Ernte einfahren. Hoffmeister warnt davor, brillante Ideen und innovative Produkte voreilig in Geschäftsfelder zu packen. Obwohl ein „First Mover Advantage“ gewöhnlich eine exzellente Ausgangsposition beschert, gilt es den Moment abzupassen, in dem die „kritische Masse“ erreicht werden kann. „Nutzerakzeptanz“, so Hoffmeister, „benötigt viel Zeit und verläuft nicht linear“. Die Geschichte ist voll mit Beispielen von verfrühten Markteinführungen. Auch prominente Unternehmen hat es dabei erwischt wie Apple („Newton“), Microsoft („Tablet“) und Siemens („Smartphone SL 45“). An Geduld und Vorbereitung hat es gefehlt mit dem Ergebnis, dass diese Märkte nun von anderen bespielt werden. Vermeidbarer Fehler.

Management Journal – Fazit: „Digitale Geschäftsmodelle richtig einschätzen“ ist ein unverzichtbares Buch für junge Unternehmensgründer. Chancen und Risiken der Startups im Internetbereich werden hier vortrefflich analysiert.

Oliver Ibelshäuser, www.management-journal.de

 

Zum Buch: Christian Hoffmeister: „Digitale Geschäftsmodelle richtig einschätzen“, Hanser 2013

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