Warum Deutschland Einwanderer braucht – ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit

Der fremde ErfolgsfaktorDerzeit beherrscht weiterhin kaum ein Thema die Medien so sehr, wie der zur „Flüchtlingskrise“ erhobene Zustrom von schutzsuchenden Menschen. Populisten und Propagandisten beten extremistische und rassistische Parolen vor, die vor „Fluten ausländischer Einwanderer“ warnen. Dem Buch von Jamal Qaiser „Der fremde Erfolgsfaktor“ ist vor diesem Hintergrund somit eine gewisse Brisanz nicht abzusprechen. Im Gegensatz zu vielen anderen Autoren schreibt Qaiser aus eigener unmittelbarer Erfahrung. Denn er selbst kam mit 8 Jahren in dieses Land, das ihn alles andere als offen aufnahm. Und hat allen Widrigkeiten zum Trotz das erreicht, was als Bilderbuchkarriere bezeichnet werden darf.

Deutschland braucht die Unternehmer von morgen

Überaus sachlich beginnt der Autor mit einer Analyse aktueller Statistiken, die das demografische Dilemma belegen, in dem (nicht nur) Deutschland steckt. Eine viel zu geringe Geburtenquote mit einer gleichzeitig immer älter werdenden Bevölkerung. Dieses Land braucht über viele Jahre mehr Zu- als Abwanderer, um alle Herausforderungen volkswirtschaftlich schultern zu können. Es wäre zu einfach und billig, würde Qaiser lediglich in der Integration der aktuellen Flüchtlinge die Problemlösung zu sehen. Denn darunter befinden sich ohne Zweifel eben nicht nur die Fachkräfte und Unternehmerpersönlichkeiten, die dieses Land braucht. Es geht ihm vielmehr um massive politische Veränderungen und Reformen, die aus seiner Sicht notwendig sind.

Wie Integration aussehen sollte, damit Deutschland wachsen kann

Kapitel um Kapitel setzt sich der Autor im Anschluss analytisch mit den Dingen auseinander, die aus seiner Sicht die dringend benötigte Zuwanderung hemmen und die Integration der Einwanderer erschweren. Zum Beispiel das viel zu komplizierte Steuersystem, das es investitionsbereiten Unternehmern aus dem Ausland unmöglich mache, vorab einzuschätzen, ob sich ein Engagement überhaupt lohnt. Dabei geht es dem Autor wohlgemerkt nicht darum, weniger Steuern zu bezahlen, sondern anhand von Beispielen aus dem Ausland zu zeigen, wie einfach es sein könnte. Er widmet sich der Familien- und auch Bildungspolitik, die beide verheerende Auswirkungen auf den Gründergeist (nicht nur) von Immigranten haben.

Keine Scheu vor heißen Eisen

Auch vor schwierigen Themen schreckt Qaiser nicht zurück, wenn er sich beispielsweise Fundamentalismus oder der sogenannten „Ausländerkriminalität“ widmet. Mit seiner sachlichen Argumentation setzt er einen wichtigen Gegenpol zu den vermeintlich einfachen und diskriminierenden Lösungen, die von Extremisten präsentiert werden. Ihm gelingt dabei ein lesenswertes Plädoyer für ein prosperierendes Europa, ohne moralische Diskussionen angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation. Es wäre dem Autor gegönnt, dass auch möglichst viele Politiker dieses Werk lesen.

Management-Journal-Fazit: Jamal Qaisers Buch ist ein wichtiger Beitrag zur Diskussion über die Zuwanderung nach Deutschland. Er liefert spannende Gedanken und Impulse für die Gesellschaftspolitik. Von seinen Ideen könnten nicht nur Zuwanderer profitieren, sondern gerade bei der Familien-, Steuer- und Bildungspolitik alle Menschen in diesem Land.

Stephan Lamprecht

Jamal Qaiser: Der fremde Erfolgsfaktor, Wiley, 2016.

Alle lieferbaren Ausgaben von „Der fremde Erfolgsfaktor“ bei managementbuch.de

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies auf dieser Seite zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen