Es muss sich was ändern im Recruiting – dieses Buch zeigt, wie die Zukunft aussehen sollte

Herrmann-die-auswahl-recruitingDie Suche nach Personal steckt nach Ansicht von Brigitte Herrmann in einer Sackgasse. Kurz und knackig listet Sie gleich zu Beginn Ihres Buches auf, was schief läuft. So werden rund ein Drittel aller Stellen falsch besetzt. Oder eigentlich passende Kandidaten werden durch die Nutzung eines zu starren Rasters ausgesiebt. Unternehmen fügen sich selbst einen Imageschaden zu, in dem sie schlechtes Recruiting betreiben und zu wenig auf die Candidate Experience achten. Hier gibt es für Recruiter und Mitarbeiter in Human Resources also ordentlich zu tun.

Unternehmen jagen immer noch einem Ideal hinterher

Die Autorin ist selbst seit vielen Jahren im Recruiting erfahren, und zeigt im ersten Teil ihres Buches in einer Bestandsaufnahme, was in der Realität der Unternehmen bei der Personalsuche alles falsch läuft. Das ist nicht bequem und wahrscheinlich werden sich viele Personalverantwortliche auch an der einen oder anderen Stelle deutlich wieder erkennen, wenn die Autorin den Firmen attestiert, nach wie vor einem idealen Kandidaten hinterherzurennen, den es aber so vielleicht gar nicht gibt, dafür aber Talente einfach aussortieren, die möglicherweise viel besser auf die Vakanz gepasst hätten. Sie hinterfragt, wieso nach wie vor für viele HR-Manager ein Bruch in einem Lebenslauf automatisch ein No-Go ist und warum Stellenangebote oftmals so langweilig und gleichzeitig nichtssagend geschrieben werden.

Lösungsansätze für modernes Recruiting

Brigitte Herrmann bleibt nicht bei der lesenswerten Analyse stehen. In den weiteren Teilen Ihres bei Wiley veröffentlichten Buchs liefert Sie Lösungsansätze für ein modernes und zukunftsfähiges Recruiting. Mit Nachdruck fordert Sie ein Umdenken bei Personalern, da sich ihr Umfeld längst von einem Arbeitgeber- zu einem Arbeitnehmermarkt gewandelt hat. Und der Autorin gelingt es immer wieder, überraschende Akzente in ihrer Argumentation zu setzen. So leugnet sie nicht den demografischen Wandel, bezeichnet aber dennoch den Fachkräftemangel als Mythos. Denn dieser entsteht auch durch falsche Erwartungen der Unternehmen an die Kandidaten und das vorschnelle Aussortieren von Kandidaten.

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Lebendig und nachvollziehbar werden die Aussagen durch die vielen Bezüge zu aktueller Literatur und Erlebnissen (nicht nur) aus der eigenen Praxis. Gut auch, dass es zu jedem Kapitel ein ausführliches Fazit gibt, das die Kernaussagen und Hinweise noch einmal komprimiert darstellt.

Management-Journal-Fazit: Das Buch von Brigitte Herrmann dürfte für viele Personalmanager unbequem sein. Benennt es doch offen, viele Schwachpunkte in den bestehenden Recruiting-Prozessen vieler Unternehmer. Anschaulich liefert ihr Buch aber konkrete und umsetzbare Ideen für eine bessere Recruiting-Kultur.

Stephan Lamprecht

Brigitte Herrmann: Die Auswahl, Wiley 2016

Alle lieferbaren Ausgaben von „Die Auswahl“ bei managementbuch.de

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