Freie Tage für Führungskräfte

freie-tage-chefetageDie Familie, das Nachdenken über neue Ideen oder freie Tage kommen im Alltag vieler Führungskräfte zu kurz. Aber wo sollen die Freiräume auch herkommen, wenn bis zu 60 Stunden in der Woche gearbeitet wird? Christine Walker, selbst erfolgreiche Unternehmerin, verspricht in ihrem Buch eine Lösung für alle Manager, die unter dem Gefühl leiden, keine Zeit mehr zu haben.

In kürzerer Zeit mehr erreichen

Das Buch bemüht viele Beispiele aus dem Sport, der Formel 1, um genau zu sein, und liegt damit im Trend. Die metaphorischen Überschriften, die dem Leser den Einstieg unnötigerweise erschweren, sind für aktuelle Business-Literatur ebenfalls nicht untypisch. Das sind die beiden einzigen Kritikpunkte, die gegenüber „Freie Tage in der Chefetage“ vorgebracht werden können.

Nach einer kurzen Diagnose des Alltags vieler Führungskräfte (Zeitmangel, Überforderung, Burn-out), geht es gleich mit einer ersten Selbstanalyse zur Sache. Der Leser wird ermuntert, sich kritisch mit seinem eigenen Arbeitstag auseinanderzusetzen. Denn wer als Führungskraft Routineaufgaben wie das Buchen von Reisen selbst erledigt, darf sich anschließend nicht darüber beklagen, keine Zeit mehr für das Wesentliche zu haben.

Plädoyer für eine effektive Assistenz

Assistenz, Backoffice und Delegation – das sind die Schlüssel, die die Autorin auf dem Weg zu mehr freier Zeit für Führungskräfte sieht. Um das Bild der Formel 1 aufzugreifen. Dem Piloten des Boliden wird zugetraut, das Fahrzeug zu lenken, aber niemand erwartet, dass er bei einem Boxenstopp selbst Hand anlegt.

Ausgehend von ihrer These spricht die Verfasserin gleich eines der häufigeren Probleme an, die sich in Zusammenarbeit zwischen Führungskraft und Assistenz ergeben können. Denn zum Delegieren gehört auch das Loslassen. Sich gerade nicht mehr um alle Einzelheiten zu kümmern, sondern das Vertrauen in das Team und zu dem Menschen im Vorzimmer zu haben. Und wie sich hier die richtige Balance finden lässt, spricht das Buch ebenfalls an.

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E-Mails, Meetings, Prozesse

Das praxisnah geschriebene Buch geht auf die (bekannten) Zeitfresser ein. Termine, schlecht vorbereitete Meetings oder die Bewältigung der täglichen E-Mail-Flut. Moderne Ansätze für das Zeitmanagement wie GTD und die Kunst der Priorisierung werden kurz gestreift.

Im Kern geht es aber in erster Linie darum, das eigene Umfeld zu befähigen, selbstständig Aufgaben zu übernehmen und damit die Führungskraft zu entlasten. Im Zentrum steht immer auch die persönliche Assistenz. Dessen sollte sich der Leser bewusst sein. Denn in Zeitalter knapper Budgets verfechten nicht wenige Unternehmen die Philosophie, dass gerade Führungskräfte und das mittlere Management Dinge selbst erledigen sollen und müssen, und die Schaffung einer Assistenzstelle eher verneint wird.

Management-Journal-Fazit: Christine Walker ist ein gut geschriebener Leitfaden gelungen. Wer ihm folgt, wird tatsächlich mehr Freiräume für sich im Alltag erkämpfen können. Ihr Ideen und Hinweise lassen sich auch in der Teamarbeit einsetzen.

Stephan Lamprecht

Christine Walker: Freie Tage in der Chefetage, Redline, 2016

Alle lieferbaren Ausgaben von „Freie Tage in der Chefetage“ bei managementbuch.de

1 Kommentar zu Freie Tage für Führungskräfte

  1. Wirklich eine Hilfe besonders heute, wo das Management sich die Zeiten des Wettbewerbs um die besten Talente nur dann gewinnen kann, wenn der eigene Führungsstils den Mitarbeitern gefällt.

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