Profi-Fußball als Lehrmeister

Profi-Fußball FührungskraftProfisportler als Vorbilder und Lehrmeister für Führungskräfte; das ist nicht selten eine eher schwierige Paarung in der Management-Literatur. Entweder die Autoren brillieren mit ihrer Sachkenntnis des Sports und schweifen rasch vom eigentlichen Thema ab. Oder aber der Sport spielt eine so untergeordnete Rolle, dass der Leser sich darüber ärgert, auf einen Marketing-Trick hereingefallen zu sein. Claus-Peter Niem und Karin Hell wollen es besser machen und legen einen Ratgeber für Führungskräfte vor, der den Profi-Fußball als Schablone für gute Führung nutzen will.

Keine Anekdotensammlung

Obwohl die beiden Verfasser aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung als Coaches für Trainer und Manager im Profisport jede Menge Geschichten und Histörchen auf Lager hätten, beginnt das Buch zunächst einmal ganz konventionell. Aus Sicht der Verfasser gibt es fünf Schlüsselfaktoren guter Führung, die zunächst kurz umrissen werden. Dazu gehören professionelles Ethos, Expertenwissen, Kommunikation, Selbstführung und Beziehungen. Sie machen ein starkes Führungs-Ich aus. Plus etwas, was die beiden den Meister-Code und One Touch nennen. Die Fähigkeit hervorzustechen und Menschen zu berühren.

Ein Arbeits- und Trainingsbuch

Auf den nächsten knapp 200 Seiten ihres Buches werden die Schlüsselfaktoren mit Inhalt gefüllt. Dabei halten sich die Autoren kurz und bringen die verschiedenen Aspekte rasch auf den Punkt. Dies beginnt bei der plötzlichen Ernennung zur Führungskraft und den ersten 100 Tagen (was im Fußball also der Trainerwechsel ist) und endet mit der Beziehungspflege zwischen Führungskraft und Mitarbeiter bzw. den Mitgliedern eines Teams. Wie es nicht anders zu erwarten war, tauchen hier auch bekannte (und weniger bekannte) Persönlichkeiten und Mannschaften aus dem Fußball auf. Aber stets zur Untermauerung eines Beispiels, nie aus reinem Selbstzweck. Im Kern bleibt das Werk ein gutes und komprimiertes Trainingsbuch für Führungskräfte, das mit Tabellen, Vorlagen und Selbsttests gespickt ist. Etwas Zeit sollte der Leser also schon mitbringen, um auch den Angeboten zum Nachdenken zu folgen und eigene Ideen zu entwickeln.

Management-Journal-Fazit: Das Experiment ist gelungen. One Touch ist ein gut geschriebenes, nützliches Trainingsbuch für (neue) Führungskräfte. Auch wer mit dem Fußball auf Kriegsfuß stehen sollte, kann von den Beispielen aus dem Profisport eine Menge lernen.

Stephan Lamprecht

Claus-Peter Niem, Karin Helle: One touch, Campus 2016

Alle lieferbaren Ausgaben von „One touch“ bei managementbuch.de

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