Ist Ihr Unternehmen vielleicht krank? Dieses Buch hilft!

Der menschliche Körper kennt eine ganze Reihe von Erkrankungen, die oftmals über viele Jahre unbemerkt fortschreiten, bis es dann zu einem entscheidenden Ereignis kommt. Bluthochdruck und dessen Risiken sind so ein Beispiel. Und Unternehmen, oder allgemeiner Organisationen, erkranken, aber die Beteiligten merken es nicht. Und wenn sie es bemerken, kann es im Zeitalter der Transformation dann zu spät sein.

Die Autorin Stephanie Borgert, die mit diesem Buch in die Rolle der Ärztin für erkrankte Unternehmen schlüpft, greift auf viele Jahre praktischer Erfahrungen in der Beratung von Firmen zurück. Und dies bemerkt der Leser auf positive Weise. Keines ihrer Beispiele erscheint konstruiert, nichts aus der Luft gegriffen.

Woran Organisationen leiden können

Ihre Grundthese erwächst aus den praktischen Erfahrungen ihrer Arbeit. Sie hat Einblicke in viele Unternehmen und Organisationen genommen und kommt zu dem Schluss, dass zahlreiche Firmen „erkrant“ sind, ohne dies zu bemerken. Sie „leiden“ vielfach unter Kontrollzwang, Überbürokratisierung oder mangelnder Flexibilität. Drei Grunderkrankungen, die im Zeitalter der der (digitalen) Transformation hinderlich sind.

Der von ihr gewählte und durchaus originelle Ansatz eines Medizinratgebers setzt sich im Hauptteil des Titels fort. Als „Ärztin“ beschreibt sie 10 Erkrankungen und deren Symptome. Sie beschäftigt sich mit der Pathogenese und vermittelt dann Behandlungsvorschläge. Rezepte will sie nicht bieten. Es gibt somit keine Schrittfolgen, die die Mitarbeiter im Unternehmen nur befolgen müssten, um die Krankheit zu besiegen. Sie achtet in ihrem Text aber darauf, Tipps zur Prävention zu geben, damit die Erkrankung gar nicht erst auftritt oder zurückkehrt.

Wohlbekannte und typische „Krankheiten“

Zur Liste der 10 Erkrankungen einer Organisation, die Sie beschreibt, gehört u.a. Führungsschizophrenie. Sie manifestiert sich im Glauben, angeborener Qualitäten, die eine Führungskraft mitbringen müsse. Führung bedeutet für sie indes die Fähigkeit, Selbstorganisation zuzulassen.

Kontrollzwang als Idee, soziale Systeme kontrollieren zu können. Ein Gedanke, dem die Verfasserin skeptisch gegenübersteht. Ihr Mittel sieht eher die Schaffung von Regeln, statt einer Steuerung vor. Ein Unternehmen müsse Freiraum für Experimente schaffen, um aus diesen zu lernen.

Fast jedes Unternehmen dürfte von der Besprechungsdiarrhö betroffen sein. Zu viele Besprechungen sind für die Autorin ein Zeichen für mangelndes Vertrauen. Zur Therapie gehört dann somit die Frage, was von den vielen Sitzungen denn gleich abgeschafft werden kann.

Amüsant und dicht am Thema setzt sie ihre Diagnosen dann weiter fort und gelangt so etwa zur zwanghaften Methodengläubigkeit, verknöcherten Organisationsstrukturen oder dem Starrsinn.

Management-Journal-Fazit: Ein erfrischend direktes Buch, das in optimistischer und anpackender Art und Weise typische „Erkrankungen“ und deren Heilung beschreibt, die Unternehmen in der modernen Welt der Transformation behindern.

Stephan Lamprecht

Die kranke Organisation

Die kranke Organisation
10

Lesbarkeit

10.0 /10

Nutzwert

10.0 /10

Anspruch

10.0 /10

Pros

  • Typische Szenarien aus dem Alltag
  • Erfrischend Perspektiven
  • umsetzbare Tipps

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