Spitzensport als Lehrbeispiel für Manager

Sport und Management – das ist im Verlagswesen so eine Sache. Eine ganze Weile hat sich nahezu jedes namhafte Haus in Deutschland bemüht, einen Titel ins Programm aufzunehmen, der Spitzensport mit Management verband. Was dann dabei herauskam, wirkte oft bemüht. Entweder plauderte ein Spitzenathlet über seiner Karriere und sein Ghostwriter bemühte sich redlich darum, daraus allgemeingültige Hinweise auf persönlichen Erfolg abzuleiten. Oder die Autoren stellten ihren Lieblingssport in das Zentrum, so dass der Leser am Ende nicht mehr sicher war, ob er ein Wirtschaftsbuch oder ein Playbook einer Sportart gelesen hatte. Diese Gefahr besteht bei „Boost“ nicht, obgleich der Autor viele Berührungspunkte mit dem Spitzensport hat.

Betriebswirtschaft und Sportforschung vereint

Michael Bar-Eli unterrichtet eine Fächerkombination, die ungewöhnlich erscheint. So ist er Inhaber eines Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre und eines für Sportforschung. Und er wagt sich an den Spagat, ein Buch vorzulegen, das diese beiden Aspekte seines Schaffens miteinander vereint.

Manager können vom Sport lernen

Was Top-Manager und Spitzensportler gemeinsam haben, liegt auf der Hand. Von beiden erwartet ihr Umfeld Höchstleistungen. Nur wie erreicht man das? Bar-Eli nimmt seine Leser bereits im Vorwort seines Buches auf eine hochspannende Reise mit. Oder haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, warum die Torhüter im Fußball heute möglichst lange die Mitte des Tores halten? Die Antwort liefert die Wissenschaft, die empirisch belegt hat, dass die Chancen dafür, den Ball zu halten, so am größten sind, ohne sich voreilig auf eine Ecke festzulegen.

Der Autor liebt seine beiden Fachgebiete und versteht es, sie miteinander zu verbinden, so dass die Vermittlung der theoretischen Grundlagen seiner Empfehlungen nicht trocken herüberkommt. Hier gebührt der Übersetzerin Dank, die dieses Lesevergnügen in die deutsche Sprache gerettet hat. Auf über 200 Seiten widmet sich Bar-Eli, der sowohl Spitzensportler als auch Unternehmen erfolgreich beraten hat, vier wesentlichen Themen, die für Sportler und Manager Bedeutung haben. Steuern der Aktivitäten, wozu Anspannung und Motivation gehören, Steuerung des eigenen Verhaltens (Selbstvertrauen aufbauen, Entscheidungen treffen, kreativ sein), Zusammenarbeit und mentale Stärke.

Der Sport kommt in keinem der Kapitel zu kurz. Wissenschaftliche Grundlagen garniert Bar-Eli mit Begegnungen und Schilderungen aus der Welt sportlicher Wettkämpfe. So gelingen konkrete Handlungsempfehlungen für Manager und Führungskräfte. Und dies auf sehr lesenswerte Weise.

Management-Journal-Fazit: Ein Buch mit frischen Gedanken zur Psychologie der Menschen, das aus dem Sport kommend Impulse und Lehren parat hält, wie Mitarbeiter besser unterstützt werden und sich ein erfolgreiches Arbeitsumfeld gestalten lässt.

Stephan Lamprecht

Boost!

Boost!
10

Lesbarkeit

10.0 /10

Nutzwert

10.0 /10

Anspruch

10.0 /10

Pros

  • Erfrischend
  • Welt des Sports und Management vereint
  • Umsetzbar

1 Kommentar zu Spitzensport als Lehrbeispiel für Manager

  1. Vielen Dank für diesen interessanten Ansatz! Ich denke, wir können viel vom Spitzensport lernen und davon im Arbeitsumfeld profitieren. Vor allem die richtige Zielsetzung, Ausdauer, Fleiß, Planung und Teamwork können sehr effektiv sein und zu mehr Erfolg verleiten.

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