Echte Innovationen in Unternehmen fördern

Bloß nicht zu Kodak werden – in nahezu jedem Titel, der sich mit Innovationen und „disruptiven“ Geschäftsmodellen beschäftigt, wird das Beispiel Kodak bemüht. Viel zu spät habe der Kamerahersteller auf einen sich verändernden Markt reagiert.

Hier die dynamischen Startups (vorzugsweise Internetunternehmen wie Spotify, AirBnB oder Uber), dort der vor sich hin dümpelnde Mittelstand in Deutschland. Eine wohlfeile Konstruktion von Gegensätzen.

Unter dem selbstgemachten Druck entstehen in den Firmen viel zu oft „Innovationen“, die kein Kunde braucht. „Bullshit-Innovationen“ nennt Bianca Prommer das. Und damit will sie endlich Schluss machen.

Tradition ist die Innovation von gestern

Schnell wird in der ganzen Diskussion um Innovationen vergessen, dass die Sofortbildkamera, die Kodak entwickelt hatte, eine der größten Innovationen bei Fotoapparaten gewesen ist. Die Tradition ist oftmals die Innovation von gestern. Gefährlich wird es für die Firmen stets nur dann, wenn danach nichts mehr kommt: Pseudo-Innovationen oder Bullshit-Innovationen, wie die Autorin das nennt.

Unternehmen, die auch morgen noch Geschäfte machen wollen, müssen innovativ und agil werden. Dieses Mantra tönt Führungskräften und Managern aus unzähligen Ratgeberseiten und Blogs entgegen. Eiligst unter Zuhilfenahme externe Berater einberufene Innovation-Workshops sollen dann die Kreativität beflügeln und zu Innovationen führen.

Doch sind kleine Anpassungen an Funktionen oder das Design eines Produkts bereits Innovationen? Oder braucht das dann doch kein Mensch?

Begleiten Sie Jens Ostermann

Der Leser von „Schluss mit Bullshit-Innovationen“ begleitet Jens Ostermann. Er ist der fiktive Geschäftsführer des ebenso fiktiven Unternehmens Frisch & Schnell, das nach dem Verlust eines wichtigen Kunden dringend innovativer werden muss. Anhand ihres Protagonisten schildert die Expertin Bianca Prommer das Schicksal und die Wirren vieler mittelständischer Unternehmen auf dem Weg zu mehr Erfindungsreichtum und echten Innovationen.

Sie fordert und fördert dabei den Ansatz, Innovationen zu einem wichtigen Teil der Identität des Unternehmens zu machen. Dabei befindet sie sich mit ihren Ansätzen auf der Höhe aktueller Methoden und Theorien, wenn sie etwa Co-Creation oder Design-Thinking erläutert, und zeigt, wie diese in der Praxis umgesetzt werden und wirken.

Kein Roman – ein Mitmachbuch

Auch wenn die Autorin die Form einer Erzählung gewählt hat, ist ihr Buch kein Lesebuch oder ein Roman geworden. Sie bezieht den Leser regelmäßig aktiv ein, erläutert, stellt Fragen und vertieft. Und leistet damit sehr viel mehr, als so mancher „Ratgeber“ zum Thema.

Management-Journal-Fazit: Durch die erzählerische Perspektive vermeidet die Autorin einen großen Fehler anderer Bücher zum Thema Innovationen: die Verächtlichmachung gerade im Mittelstand bereits erbrachter Leistungen. Sie schreibt dicht an den Erfahrungen ihrer Leser und liefert mehr als einen Ratgeber ab. Einen Mutmacher und Wegweiser auf dem Weg zu einem tatsächlich innovativen Unternehmen.

Stephan Lamprecht

Schluss mit Bullsh*t-Innovationen

Schluss mit Bullsh*t-Innovationen
10

Lesbarkeit

10.0 /10

Nutzwert

10.0 /10

Anspruch

10.0 /10

Pros

  • nachvollziehbar
  • umsetzbar

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