Ist "soziale Gerechtigkeit" gerechter als "Gerechtigkeit"? Oder ist der Begriff purer Quatsch?

Gerd Habermann: Richtigstellung. Ein polemisches Soziallexikon.

Endlich zieht mal einer den Politfloskeln das staubige Fell über die Ohren. Er zeigt dabei, wie verlottert unsere Sprache ist. Und wer genau davon profitiert.

Die Rede ist von Gerd Habermann und seinem Buch „Richtigstellung. Ein polemisches Soziallexikon.“ Der Universitätsprofessor und Leiter des Unternehmerinstituts nimmt Begriffe wie „soziale Gerechtigkeit“, „Arbeitsförderung“ oder „Umverteilung“ unter die Lupe. Was etwa ist bitteschön an „sozialer Gerechtigkeit“ sozial? Unter Habermanns Sprachlupe gerät das Wort „sozial“ zum Mäntelchen absoluter Beliebigkeit. Der klare und starke Begriff der Gerechtigkeit wird verwässert. Und genauso ergeht es der „Demokratie“, der „Marktwirtschaft“ oder dem „Rechtsstaat“, wenn sie plötzlich „sozial“ werden. Habermann zitiert in diesem Zusammenhang Friedrich August von Hayek, der es nach zehn Jahren intensiver Beschäftigung aufgegeben hatte, irgendeinen Sinn hinter dem Begriff „soziale Gerechtigekeit“ zu finden.

Verdienst Gerd Habermanns ist es auch, zu zeigen, wie tief die in Deutschland herrschende Umverteilungsideologie in die Sprache gesickert ist. So werden mit „Arbeitsförderung“ Maßnahmen umschrieben, die im besten Fall nur dazu dienen, die Arbeitslosenstatistik zu frisieren. Im schlechtesten Fall bewirken sie genau das Gegenteil von „Arbeitsförderung“, nämlich Arbeitsvernichtung, wenn Stellen im privaten Bereich durch steuerfinanzierte Jobs ersetzt werden. Im gleichen Zug wird bei Menschen, die sich vom Staatstropf unabhängig machen wollen und den Schritt in die Selbständigkeit wagen, genau geprüft, ob es sich nicht um eine so genannte Scheinselbständigkeit handeln könnte. Habermanns kluger Konter: „Besser 50% selbständig als 100% abhängig!“

Habermanns Stoßrichtung ist klar. Er will die Marktwirtschaft und die Gesellschaft vor den Zurichtungen des Staates verteidigen. Weg vom „Babysitter-Staat“, der möglichst alle Phasen des Lebens seiner Bürger unter Kontrolle bringt, hin zur Gemeinschaft freier, sich und anderen gegenüber verantwortlichen Menschen. Der erste Schritt dazu ist getan. Die Munition der „Sozialisten“, die falschen Begriffe und nebligen Formeln, sind entschärft.
Ein mit Vergnügen zu lesendes Motivationsbuch für freiheitsliebende Menschen.

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Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit: Gerd Habermann: Richtigstellung. Ein polemisches Soziallexikon. München, 19,90 € 2006

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