Das Lebensgeheimnis alter Unternehmen

Warum werden einige Unternehmen steinalt, während andere nicht einmal die ersten Jahre überleben? Nur 12,3 Jahre beträgt das Durchschnittsalter der Unternehmen in Europa. Börsennotierte Unternehmen schneiden mit einem Durchschnittsalter von 28 Jahren schon besser ab. Und am ältesten werden die ganz großen Tanker (über 10.000 Angestellte) mit durchschnittlich 48 Jahren. Ganz tief in die Zahlen und Fakten haben sich Christian Stadler und Philip Wältermann eingegraben. Ihr Interesse war, herauszufinden, ob wir heute etwas von den erfolgreichsten Unternehmen aller Zeiten, von den „Jahrhundertchampions“ lernen können.

Wer zwei Weltkriege und große Wirtschaftskrisen überlebt, muss Einiges richtig gemacht haben

Was ist ein Jahrhundert-Champion? Und wie unterscheidet er sich von den anderen Unternehmen? Die erste Frage ist leicht zu beantworten. Ein Jahrhundert-Champion muss seit mindestens 100 Jahren existieren. Die zweite Frage beantworten die Autoren von „Die Jahrhundert-Champions“ mit der Auflage, die wichtigsten Aktienindizes um den Faktor 15 zu schlagen. Und das in einem Zeitraum, in dem es zwei Weltkriege zu überstehen gab, die Weltwirtschaftskrise, die Ölkrisen, die Globalisierung, die Digitalisierung und aktuell die Finanzkrise.

Das Duell der Ersten gegen die Zweiten

Um herauszufinden, was diese Unternehmen anders gemacht haben, als die anderen, wählen Stadler und Wältermann einen interessanten Weg. Sie vergleichen die Champions mit den Zweitbesten im Markt. Aus diesem Ansatz heraus entwickelt das Buch eine ganz eigene Dramatik. Siemens steht gegen AEG. Galaxo gegen Wellcome. Die Allianz gegen die Aachener und Münchener. Lafarge gegen Ciment Francais. Legal & General gegen Prudential. Die Münchner gegen die Kölnische Rück. Nokia gegen Ericsson. Und Shell gegen BP. „Duelle“ auf hohem Niveau, die dennoch eindeutige „Sieger“ hervorbrachten.

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Die fünf Prinzipien des Erfolgs

Die Schlüssel für den Erfolg der Champions fanden die beiden Autoren Christian Stadler und Philipp Wältermann in den Archiven. Mehrere Jahre wälzten sie Unternehmensdaten und ¿berichte. Die Gemeinsamkeiten der Champions und das, was sie im Hinblick auf die Zweitbesten im Markt unterscheidet, haben Stadler und Wältermann in fünf Prinzipien gegossen:
1. Effizienz kommt vor Innovation: Auch die erfolgreichsten Pioniere scheitern, wenn es ihnen nicht gelingt, ihre Leistung zu verwerten.
2. Diversifikation in verwandte Geschäftsbereiche: „Unternehmen können nicht unterschiedliche Spiele zur selben Zeit spielen und dabei gewinnen“.
3. Aus Fehlern lernen: „Jahrhundert-Champions schaffen die richtigen Rahmenbedingungen“ zum Beispiel die „Bereitschaft der Führungskräfte, von anderen zu lernen.
4. Finanzen konservativ managen und Risiken steuern: „Nur die besten Unternehmen widerstehen der Versuchung, die Vorsicht über Bord zu werfen und ständig zu expandieren.
5. Wandel kultursensibel gestalten: Die Champions schaffen den Spagat zwischen Kontinuität und Veränderung, indem sie die Kultur des Unternehmens ernst nehmen.

Einfacher kann man nicht von den Besten lernen

Es sind die ganz zentralen Fragen der Unternehmensführung, die in diesem sehr gut geschriebenen und spannend zu lesenden Buch entfaltet und beantwortet werden. Und zwar aus der einmaligen Perspektive der ganz großen Superstars unter den Unternehmen. Managementbuch.de – Fazit: unbedingt lesenswert für Unternehmer, Manager und alle, die Unternehmen was zu sagen haben.

 

Wolfgang Hanfstein, www. Managementbuch.de

Christian Stadler, Philip Wältermann Die Jahrhundert-Champions. Fünf Prinzipien für dauerhaften Unternehmenserfolg oder Was wir aus der Geschichte europäischer Top-Unternehmen lernen können. Schäffer-Poeschel Verlag.

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