Von Nieten in Nadelstreifen und echten Machern unter den Managern

titanenWenn Top-Manager deutscher Großunternehmen nicht nur im Wirtschaftsteil der Tagespresse zum Thema werden, sondern auch die Schlagzeilen auf den Titelseiten bestimmen, geht es fast immer um Skandale. Ehemalige Galionsfiguren der Wirtschaft als Gierhälse oder Betrüger. Ackermann, Middelhoff oder Zumwinkel hatten sich kluges ökonomisches Kalkül auf die Fahnen geschrieben. Heute stehen sie für Selbstüberschätzung, Lügen und Größenwahn. Das Ansehen der gesamten deutschen Wirtschaft leidet unter den Fehlgriffen verantwortungsloser Führungspersonen in Banken und Konzernen, schreibt Carsten Knop in seinem Buch „Gescheiterte Titanen“.

Zwischenzeugnisse für deutsche Manager – Versetzung gefährdet!

Mehr als 20 Jahre lang hat der Unternehmensjournalist Höhenflüge und Abstürze der Macher an den Schaltstellen der deutschen Wirtschaft begleitet, zahllose Interviews geführt, Fakten mit Versprechen verglichen. In seiner Fallsammlung von „A“ wie Ackermann über „W“ wie Watzke (ja, der von Borussia Dortmund) bis „Z“ wie Zumwinkel stellt er den Managern Zwischenzeugnisse aus. Viele davon sind vernichtend, weil oftmals „Seilschaften und blinde Loyalität wichtiger sind als unternehmerischer Erfolg“. Knop portraitiert aber auch die verantwortungsbewussten, gradlinigen und integren Manager, die sich ihrer unternehmerischen und gesellschaftlichen Verantwortung stets bewusst sind. Frank Appel von der Deutschen Post gehört dazu, Dieter Zetsche („Wir danken Gott für Dieter, denn ohne ihn würde es Chrysler nicht mehr geben.“) und selbst Karl Albrecht (Aldi), der für den legendären Satz „Unsere Leute verdienen nicht genug. Von nun an soll die gesamte Belegschaft 30 Prozent mehr Gehalt bekommen“ selbst von den Gewerkschaften Applaus bekam.

Was gutes Management tatsächlich ausmacht

Knop stellt nicht nur „gut“ und „schlecht“ gegenüber. Er entwirft in seinem Buch darüber hinaus ein moralisches Reglement für nachhaltiges und effizientes Management: „Ein guter Manager entscheidet unkompliziert und schneller als andere. Er lebt, was er sagt. Er stiftet Sinn und Orientierung.“ Und: „Er hat ein Gespür für die Stärken und Schwächen seiner Wettbewerber und schafft es, genau diese Schwächen auszunutzen“. Vor allem aber gilt: „Er hat die Bereitschaft, die Verantwortung dafür zu übernehmen, auch wenn etwas nicht so läuft, wie es ursprünglich geplant war.“ Absolute Zustimmung.

Management-Journal – Fazit: „Gescheiterte Titanen“ ist mehr als eine gnadenlose Abrechnung mit den Versagern und Schädlingen der deutschen Wirtschaft. Carsten Knop würdigt die Manager, die unternehmerische Geschicke, Anstand und soziale Verantwortung zu einem vorbildlichen Erfolgsmuster bündeln. Davon handelt sein Report und ist damit das perfekte Buch für alle Überflieger im Management, die angesichts schwindelerregender Gehälter die Bodenhaftung verlieren könnten.

Oliver Ibelshäuser, www.Management-Journal.de

Carsten Knop: „Gescheiterte Titanen“, Frankfurter Allgemeine Buch 2015

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