Markenführung lernen – auf unterhaltsame Art

patient-marke-haufeDer Autor Dr. Wolfgang Frick besitzt jahrzehntelange Erfahrung im Marketing, davon viele Jahre als Führungskraft. Und dank dieser Erfahrung macht er in seinem Buch „Patient Marke: Kunstfehler im Marke-ting“ auch vieles anders, als in anderen Fachbüchern zum Thema Markenführung.

Die eigenwillige Schreibweise ist kein Tippfehler, sondern unterstreicht die Bedeutung, die Frick der Marke selbst zuschreibt. Nach seinem Verständnis thront sie über allem. Was das Marketing auch unternimmt, es muss auf die Marke einzahlen und sie stärken.

Storytelling – perfekt  umgesetzt

Storytelling ist eines der großen Schlagworte des aktuellen Marketing. Dahinter steht die Überzeugung, dass Konsumenten – oder besser Menschen – im Zeitalter der Informationsüberflutung, nach Geschichten suchen statt nach profanen Argumenten, warum ein Produkt dem anderen überlegen ist.

Wie Storytelling geht, das zeigt der Autor mit seinem Werk selbst. Jedes der Kapitel ist gespickt von Anekdoten und unterhaltsamen Begebenheiten aus dem Alltag eines Marketing-Verantwortlichen. Gelegentlich schießt Frick etwas über das Ziel hinaus und schweift manchmal etwas weit ab. Aber das ist natürlich auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Der Marketeer als Arzt

Das im Titel des Buchs genutze Wort „Patient“ wird durchaus ernstgenommen. So gliedert es sich nicht in Kapitel, sondern in Befunde. Und hier legt der Autor dann auch direkt den Finger in die Wunden und erklärt plaudernd, was denn alles beim Aufbau und der Pflege einer Marke schief gehen kann.

Marketing-Manager, die sich konkrete Anleitungen zum Aufbau von Marken in Form Tabellen oder Diagrammen versprechen, müssen andere Werke bemühen. Dafür geht es in allen Befunden und Abschnitten direkt zur Sache. Denn der Autor spricht auch unangenehme Wahrheiten an und erinnert daran, dass auch andere Abteilungen als das Marketing das Bild und den Wert einer Marke beeinflussen. Einkauf, Verkauf, Geschäftsleitung und Controlling – sie alle können die Marke verändern, sowohl positiv als auch negativ.

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Ein Fachbuch, das auch Laien verstehen

So wenig Theorie wie möglich. Dieses Motto mag den Autor beim Schreiben geleitet haben. Was kann es für einen Autor wohl schöneres geben, als ein zustimmendes Nicken des Lesers zu ernten? Bei „Patient Marke“ handelt es sich jedenfalls um ein Fachbuch, das selbst interessierte Laien mit Gewinn lesen werden.

Wenn es denn etwas an diesem Buch zu kritisieren gibt, dann der inflationäre Gebrauch von Bindestrichen. Das betrifft nicht nur die vom Autor aus guten Gründen genutzte Schreibweise von „Marke-ting“, sondern auch den übrigen Text. Der Stil geht hier leider manchmal zulasten der Lesbarkeit.

Management-Journal-Fazit: „Patient Marke“ ist ein spannendes Buch, das Marketing-Manager, Geschäftsführer und Mitarbeiter aus dem Vertrieb gleichermaßen einlädt, über Markenbildung und Pflege zu reflektieren und dabei hilft, „Kunstfehler“ zu vermeiden.

/ Stephan Lamprecht

Dr. Wolfgang Frick, Patient Marke: Kunstfehler im Marke-ting, 3. Aufl., Haufe 2016

Alle lieferbaren Ausgaben von „Patient Marke“ bei Managementbuch

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