Personal erfolgreich finden mit Sourcing

„Man muss sich heute um die Kandidaten und Bewerber aktiv bemühen.“ Diesen Satz wird wahrscheinlich jeder Mitarbeiter aus einer Personalabteilung ausrufen, wenn man ihn nachts im Schlaf weckt. Allerdings beschränkt sich das Bemühen um Mitarbeiter nicht selten auf die Durchführung von Recruiting Messen innerhalb des Unternehmens. Die Autoren des Buchs sind der Ansicht, dass es damit schon lange nicht mehr getan ist. Heute ist eine ganze andere Form der Aktivität gefragt – Sourcing.

Sourcing – eigentlich nicht neu, aber doch anders

Das ist so neu nicht. Es geht darum, erfolgversprechende Mitarbeiter im Rahmen einer „Kaltakquise“ aktiv anzusprechen. Das tun Personalagenturen mit Spitzenkräften in der Wirtschaft bereits seit vielen Jahren. Gerade im höheren Management sind die Anrufe eines Headhunters bekanntlich nichts Ungewöhnliches. Die direkte Ansprache ist jetzt auch auf der Ebene der Mitarbeiter angekommen. Oder, wie es die Autoren bereits in der Einleitung so treffend beschreiben: „Wer darauf wartet, dass sich ein Entgeltabrechner in München auf eine Vakanz bewirbt, hat ganz offensichtlich den Arbeitsmarkt nicht verstanden.“

Vermittlung des notwendigen Werkzeugs

Die ersten Seiten des Buches gehören einer allgemeinen Einleitung in das Thema „Sourcing“. Wie ist es überhaupt in den Prozess des Recruitings eingebettet? Einfluss haben hier auch die Rolle und die Haltung (um das Wort Mindset zu vermeiden) des Sourcers. „Sourcing“, das nur am Anfang eines Verfahrens steht, das dann wieder nach „Schema F“ abläuft, bringt gar nichts. In den einleitenden Kapiteln berichten die Autoren viel über ihre persönliche Erfahrungen. Dadurch gewinnen die Ausführungen Authentizität und Kraft, was dem Werk insgesamt guttut. Herzstück des Buches bilden dann die Kapitel 4 und 5. Hier geht es um die Vermittlung des notwendigen Handwerkszeugs, ohne das sich die geeigneten Kandidaten nicht finden lassen.

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Techniken statt schnell veraltender Beispiele

Netzwerke im Internet bieten Recruitern fantastische Möglichkeiten, potenzielle Kandidaten gezielt anzusprechen. Man muss nur wissen, wie man sie findet. Und genau darum geht es im viertel Kapitel. Dabei gelingt es den Autoren in wirklich gut verständlicher Form, die notwendigen Techniken zu vermitteln. Ein Schwerpunkt liegt in der Formulierung von Suchabfragen. Durch die Verknüpfung sogenannte logischer Operatoren wird die Menge der Ergebnisse soweit eingeschränkt, dass nur die relevantesten Treffer ausgeworfen werden. Mit anderen Worten erscheinen nur Profile von potenziellen Kandidaten, die zum gesuchten Stellenprofil passen. Da alle Suchmaschinen nach den gleichen Prinzipien arbeiten, verbessert der Leser mit Lektüre auch noch seine Recherchearbeit zu anderen Themen. Auch die vorgestellten Werkzeuge können ebenfalls im Rahmen einer jeden Internetrecherche eingesetzt werden. Die Kapitel sind also gleich doppelt ein Gewinn.

Sourcing ist keine Einbahnstraße. Nach der ersten Kontaktaufnahme wird sich der Kandidat über die Person informieren, die ihn angeschrieben hat. Und es ist auch dieser Eindruck, der zählt und darüber entscheidet, wie es weitergeht. Der Sourcer wird so zur (eigenen) Marke und muss sich um seine Reputation im Internet kümmern. Diesem Aspekt ist das 5. Kapitel gewidmet, das prägnant zusammenfasst, wie beispielsweise die eigene Profilseite aufgebaut werden sollte, um den besten Eindruck zu hinterlassen.

Management-Journal-Fazit: „Erfolgsfaktor Sourcing“ vermittelt in verständlicher Form und vielen Beispielen die aktive Suche und gezielte Ansprache potentieller Kandidaten im Recruiting. Für Profis in der Internetrecherche und Nutzung von Social Media lohnt sich die Lektüre durch Ausblicke in die Zukunft des Recruitings.

Stephan Lamprecht

Robindro Ullah, Michael Witt, Tobias Ortner, Jan Hawliczek: Erfolgsfaktor Sourcing, Schäffer Poeschel, 2017.

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Erfolgsfaktor Sourcing

Erfolgsfaktor Sourcing
9.7

Lesbarkeit

10/10

Nutzwert

10/10

Anspruch

9/10

Pros

  • Vermittlung von Techniken
  • Persönliche Erfahrungen

Cons

  • Für Social Media Profis nur wenige Neues

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