Führung nach dem Ende des Change-Managements

An den Themen Wandel und Change-Management haben sich unzählige Autoren abgearbeitet. Ihre Werke drehen sich stets um die gleichen Fragen. Beispielsweise, wie eine Organisation den Wandel am besten einläutet. Oder wie Change-Projekte alle Beteiligten erreichen und umgesetzt werden. Eine Frage bleibt dabei aber unbeantwortet. Braucht es überhaupt noch Change-Management? Gibt es irgendeine Branche oder ein Unternehmen, in denen der Wandel nicht längst angekommen ist?

René Esteban bezweifelt, dass Ausführungen zum Change-Management heute noch nützlich sind. Schließlich haben dessen Methoden eine ganze Reihe von Jahren auf dem Buckel. Sein „Do Epic Stuff“ richtet sich an Führungskräfte im Zeitalter nach dem Change-Management.

Drei wichtige Grundannahmen

Gleich im Vorwort stellt Esteban seinen Ansatz auf ein Fundament aus drei Thesen.

  1. Wer die besten Mitarbeiter für sich gewinnen will, muss mehr Sinn und Anreize bieten als eine Rolle in einem Wandlungsprozess zu spielen.
  2. Für den unternehmerischen Erfolg sind Teams mit hochmotivierten Mitarbeitern, die gemeinsam auf ein großes Ziel hinarbeiten, entscheidend. Diese großen Ziele nennt er „Epic Stuff“, und um den geht es ja in seinem Buch.
  3. Führungskräfte müssen den Mitarbeitern Inspirationen liefern, um sie auf dem Weg zu diesem einen Ziel zu begleiten. Dies ist der „Inspired Focus“.

Demnach hat das Change-Management tatsächlich ausgedient. Kurzum: Mitarbeiter werden durch Sinn und Zweck ihres Tuns motiviert, nicht durch andere Meriten oder Boni. Seine Kritik am hergebrachten Change-Management lautet, dass es hier an der Wertschätzung für Vergangenes mangele. Ein Gesichtspunkt, der nicht von der Hand zu weisen ist.

Epic Stuff mit Kultur, Wertschätzung und Kommunikation

Aber wie schafft man jetzt die „großen Ziele“, den „Epic Stuff“? Dazu hat René Esteban eine Reihe von Gesprächen mit Führungspersönlichkeiten zahlreicher großer und kleinerer Unternehmen geführt. Auf dem Weg zu Erreichung der großen Ziele spielen die Schaffung einer Unternehmenskultur und das Vorleben ihrer Werte eine wichtige Rolle. Der Autor betont die persönliche Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden. Physische Gesten und Erfahrungen wiegen hier stärker als jede Kommunikation per E-Mail oder WhatsApp.

Notwendig ist es auch, klar und einfach zu kommunizieren. Dies sind nur einige der Empfehlungen, die auf knapp 260 Seiten ausgesprochen werden. Esteban setzt Impulse, ermutigt und begleitet den Leser auf dem Weg zu einer modernen Form der Führung. Dabei nimmt er sich oft wohltuend zurück, dank der zahlreichen Gespräche, die er mit anderen Führungskräften geführt hat. Der Leser gewinnt den Eindruck, nah an anderen Unternehmen und deren Firmenkultur dran zu sein.

Management-Journal-Fazit: „Do Epic Stuff” ist eine inspirierende und kurzweilige Lektüre. Die Darstellung lebt nicht nur davon, dass sie einen Kontrapunkt zur Erläuterung des Change-Managements setzt, sondern ebenfalls von den unterschiedlichen Eindrücken und Erfahrungen der Interviewpartner des Autors.

Stephan Lamprecht

Do Epic Stuff

Do Epic Stuff
10

Lesbarkeit

10.0 /10

Nutzwert

10.0 /10

Anspruch

10.0 /10

Pros

  • neue Perspektiven
  • viele Erfahrungsberichte

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